Kendrick Lamar, Taylor Swift und Ed Sheeran sind die großen Gewinner
Grammy-Verleihung: Mainstream siegt vor Hip-Hop

Der kanadische Künstler The Weekend lauscht dem Erfolg: Er gewinnt den Grammy für das beste zeitgenössische Album und für seinen Song zum Soundtrack von "Fifty Shades of Grey" den Preis für die beste R&B-Performance.
 
Den Preis für die Beste Newcomerin nimmt die 22-jährige Meghan Trainor (links) unter Tränen entgegen. Mit knallrotem Haar und einem Kleid im David-Bowie-Stil ehrt Popstar Lady Gaga (29) ihren verstorbenen Musikerkollegen bei der Grammy-Verleihung. Die beninisch-französische Musikerin Angelique Kidjo (rechts) gewinnt die Auszeichnung für das Beste Weltmusik-Album. Bilder: dpa (7)

Taylor Swift, Kendrick Lamar und Ed Sheeran zählen zu den großen Gewinnern der Grammy-Nacht. Auch Hip-Hop bahnt sich langsam den Weg zur prestigeträchtigsten Auszeichnung der Musikbranche. Doch bei der Gala in Los Angeles wird auch der kürzlich verstorbenen Musik-Stars gedacht.

Los Angeles. US-Popstar Taylor Swift hat drei Trophäen des wichtigsten Musikpreises der Welt ergattert. Für ihr Album "1989" gewinnt die 26-Jährige in den Königskategorien "Bestes Album" und "Bestes Pop-Gesangsalbum" sowie den Preis für das beste Musikvideo für "Bad Blood". Aufnahme des Jahres wird "Uptown Funk" von Mark Ronson und Bruno Mars, während Ed Sheeran mit "Thinking Out Loud" den begehrten Grammy für den besten Song des Jahres gewinnt. Zur besten Newcomerin wird die 22-jährige Popsängerin Meghan Trainor gekürt.

Seitenhieb auf Kanye West


Taylor Swift kann sich bei ihrer Dankesrede einen Seitenhieb auf Kanye West nicht verkneifen. Der Rapper hat sie in seinem neuen Album "The Life of Pablo" beleidigt und vorgegeben, er habe sie berühmt gemacht. "Es wird immer Menschen geben, die deinen Erfolg untergraben oder deine Errungenschaften für sich beanspruchen wollen." In ihrer Karriere hat Swift bereits zehn Grammys eingeheimst.

Der für elf Grammys nominierte Rapper Kendrick Lamar sichert sich mit "To Pimp A Butterfly" den Preis für das beste Rap-Album sowie Grammys in vier weiteren Sparten. Der 28-jährige Lamar liefert bei der Gala einen politisch aufgeladenen, hitzigen Auftritt, der das Publikum aufrüttelt. Vier seiner fünf Auszeichnungen gewann Lamar in Rap-Kategorien. "Das hier ist für Hip-Hop", ruft er, als er eines der goldenen Grammophone entgegennimmt. Es wird aber, trotz einiger anders gearteter Hoffnungen im Voraus, wieder nicht das Grammy-Jahr des Rap, sondern des Mainstream.

Konzerte für Verstorbene


Der Abend in Los Angeles ist geprägt von Gedenk-Konzerten für verstorbene Musiker. So zollt Lady Gaga (29) mit knallrotem Haar und einem Kostüm im David-Bowie-Stil ihrem verstorbenen Musikerkollegen Tribut, indem sie ein Medley aus "Space Oddity", "Changes", "Ziggy Stardust", "Let's Dance" und anderen Bowie-Hits anstimmt.

Die Rock-Band Eagles ehrt ihr verstorbenes Gründungsmitglied Glenn Frey mit dem Hit "Take It Easy", bei dem das Porträt des im Alter von 67 Jahren Verstorbenen groß auf der Leinwand zu sehen ist. Soul- und R&B-Legende Stevie Wonder (65) singt zudem für Maurice White, das verstorbene Gründungsmitglied der Band Earth, Wind&Fire. Und die Hollywood Vampires - bestehend aus Alice Cooper, Joe Perry und Schauspieler Johnny Depp - erinnern mit ihrem ersten großen TV-Auftritt an Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister.

Biebers erster Grammy


Justin Bieber gewinnt seinen ersten Grammy überhaupt zusammen mit den DJs Skrillex und Diplo für die Single "Where Are Ü Now" als beste Dance-Aufnahme. Drei der Preise in 83 Kategorien nimmt die Rockband Alabama Shakes mit nach Hause. Der kanadische R&B-Nachwuchsstar The Weeknd heimst zwei Trophäen ein. In der Kategorie "Bestes Rockalbum" gewinnen die britischen Alternative-Rocker von Muse.

Superstar Adele, die mit ihrem jüngsten Album "25" wieder Rekorde bricht, damit aber erst bei den Grammys 2017 ins Rennen gehen kann, schaut dennoch für einen Auftritt im Staples Centre vorbei. Doch ausgerechnet bei der sanften Ballade "All I Ask" hat die britische Musikerin mit technischen Problemen zu kämpfen. Adele nimmt es gelassen und twittert später: "Shit happens".

Grammy-PreisträgerAlbum des Jahres: Taylor Swift - "1989"

Song des Jahres: Ed Sheeran - "Thinking Out Loud"

Bester Newcomer: Meghan Trainor

Aufnahme des Jahres: Mark Ronson und Bruno Mars - "Uptown Funk"

Bestes Rock-Album: Muse - "Drones"

Bester Rock-Song: Alabama Shakes - "Don't Wanna Fight"

Bestes Rap-Album: Kendrick Lamar - "To Pimp A Butterfly"

Bester R&B-Song: D'Angelo und Kendra Foster - "Really Love"

Bestes zeitgenössisches Album: The Weeknd - "Beauty Behind The Madness"

Bestes Country-Album: Chris Stapleton - "Traveller"

Bestes Blues-Album: Buddy Guy - "Born To Play Guitar"

Bestes Folk-Album: Béla Fleck und Abigail Washburn - "Béla Fleck & Abigail Washburn"

Bestes Spoken-World-Album: Jimmy Carter - "A Full Life: Reflections at Ninety"

Bestes Reggae-Album: Morgan Heritage - "Strictly Roots"

Bestes Historisches Album: Bob Dylan And The Band - "The Basement Tapes Complete"

Bestes Jazz-Instrumental-Album: John Scofield - "Past Present"

Bester Musikfilm: Asif Kapadia (Regisseur) - "Amy"

Beste Orchester-Performance: Boston Symphony Orchestra - "Shostakovich: Under Stalin's Shadow" (Label: Deutsche Grammophon) (dpa)

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Weitere Informationen:

www.grammy.com/nominees
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