Kleine Inseln zum Spielen
Stefan Mross bringt Schlager: ARD-Show „Immer wieder sonntags“ verdrängt „ZDF-Fernsehgarten“

Moderator und Musiker Stefan Mross gibt dem Publikum, was es will: Heimatliche Musik. Bild: dpa

Rust. Stefan Mross macht am Sonntagvormittag im Fernsehen nun alleine Show: Nach jahrelangem TV-Duell an diesem Sendeplatz hat er den Konkurrenten verdrängt - zumindest vorerst. Seine ARD-Show "Immer wieder sonntags" bleibt am gewohnten Sendeplatz, der "ZDF-Fernsehgarten" startet jetzt eine knappe Stunde später als sonst.

Und geht so der Mross-Show aus dem Weg. "Immer wieder sonntags" kommt im Sommer jeden Sonntag (10 Uhr) live zwei Stunden lang aus dem Europa-Park in Rust bei Freiburg. Die diesjährige Staffel startet am Sonntag, 22. Mai. "Es ist vertrautes Terrain. Aber ungewohnt ist es diesmal schon", gibt Mross zu.

Dauer hochgeschraubt


Er moderiert die 1995 gestartete ARD-Unterhaltungsshow, die unter der Regie des Südwestrundfunks (SWR) läuft, im zwölften Jahr. Bis Ende August wird es 14 Live-Sendungen geben. Bislang trat der Star gegen den "ZDF-Fernsehgarten" an. Beide Sendungen sprechen naturgemäß ein ähnliches Publikum an - und kämpfen um Einschaltquoten. Vor einem Jahr erweiterte die ARD: Mross sendet seither zwei Stunden pro Ausgabe, statt wie früher 90 Minuten. "Immer wieder sonntags" drang so noch stärker ins Revier des "Fernsehgartens" mit Andrea Kiewel (50) ein. Liefen die beiden Shows bislang rund 30 Minuten parallel, war es nun plötzlich eine ganze Stunde. ZDF-Unterhaltungschef Norbert Himmler äußerte sich verärgert - und sein Sender zog Konsequenzen.

Der "Fernsehgarten" vom Mainzer Lerchenberg, der dieses Jahr 30 Jahre alt und weitaus aufwendiger produziert wird als die von Mross (40) moderierte ARD-Show, startet dieses Jahr nun erst um 11.50 Uhr und nicht mehr, wie bislang, schon um 11.00 Uhr. Gegen Mross setzt das ZDF jetzt alte Folgen der Schönwetterserie "Das Traumschiff". Auch die ARD stellt für Mross das Programm um: Die "Sendung mit der Maus", die im Ersten sonntags um 11.30 Uhr läuft, wird während der Sommersaison auf 9.30 Uhr vorverlegt.

Warme Sendung


Ändern wird sich bei "Immer wieder sonntags" nichts, betont Mross im Gespräch mit der Deutschen-Presse-Agentur: "Die Zuschauer können sich darauf verlassen, dass wir so bleiben, wie wir sind." Deutscher Schlager und Volksmusik sowie Comedy stehen im Mittelpunkt. "Englisch kommt bei mir nicht in die Tüte", informiert der Moderator, der sich auch als Volksmusiksänger einen Namen gemacht hat.

Sein Konzept geht auf: Seine Show ist Senderangaben zufolge nach "Tatort" und "Tagesschau" die meistgesehene Sendung im Ersten am Sonntag. "Bei uns wird nicht gekocht und nicht gegärtnert", sagt der verantwortliche Redakteur der Show, Markus Ziemann: "Das ist das Erfolgsrezept." So grenze sich die Show von anderen ab. "Wir bringen heile Welt in die Wohnzimmer", erklärt die Chefin der SWR-Fernsehunterhaltung, Barbara Breidenbach: "Wir sind der Sonntagvormittag mit Wärme und Herz". In der vergangenen Saison holte "Immer wieder sonntags" nach Angaben des Senders pro Ausgabe mehr als 1,7 Millionen Zuschauer, und damit knapp 17 Prozent Marktanteil - und punktete vor allem beim älteren Publikum.

Für Mross ist es zugleich eine Botschaft: "Das Fernsehprogramm darf nicht nur aus Mord und Totschlag bestehen." Es gebe immer mehr Krimis, die Zahl der traditionellen Musiksendungen gehe zurück: "Die Inseln, auf denen wir spielen, werden immer kleiner." Volkstümliche Musik müsse im Fernsehen eine Heimat haben, so Mross: "Die TV-Sender haben den Auftrag, die Menschen zu unterhalten. Und wenn Zuschauer diese Musik mögen, darf man sie ihnen nicht verwehren."

Er selbst freue sich auf den direkten Kontakt mit den Zuschauern. Ohne diesen mache eine Live-Show im Fernsehen keinen Sinn: "Wenn man das Publikum nicht liebt, sollte man besser eine Bäckerei aufmachen."
Wenn man das Publikum nicht liebt, sollte man besser eine Bäckerei aufmachen.Schlagerstar Stefan Mross,
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