Kunst-Förderer Otto van de Loo stirbt mit 91 Jahren in München
Abschied von einem großzügigen Mäzen

So manches Museum wäre ohne ihn vermutlich nicht, was es ist: Otto van de Loo, Galerist und Kunstsammler. Allein der Kunsthalle Emden schenkte er rund 200 Werke. Jetzt starb er in München. Als Mäzen bereicherte er die Kunstwelt: Der Münchner Galerist und Sammler Otto van de Loo ist tot. Er sei bereits am Sonntag im Alter von 91 Jahren nach längerer Krankheit in der bayerischen Landeshauptstadt gestorben, teilte die Kunsthalle Emden mit.

Großzügige Spende

"Wir haben einen großen Förderer und Unterstützer verloren, der unsere Arbeit beinahe 20 Jahre lang intensiv begleitet und bereichert hat", sagte der Vorstandschef der Stiftung Henri und Eske Nannen und Schenkung Otto van de Loo, Folkert Hinrichs.

1997 hatte die Emder Kunsthalle von dem Sammler rund 200 Werke etwa der nach den Hauptstädten ihrer Mitglieder - Copenhagen (Kopenhagen), Brüssel und Amsterdam - benannten Gruppe Cobra und der Künstler der informellen Malerei erhalten. Der wissenschaftliche Direktor der Kunsthalle Emden, Frank Schmidt, betonte die Bedeutung der Schenkung, die dem Haus einen "entscheidenden Impuls" gegeben habe: "Inhaltlich war es nun möglich, das Fortleben des Expressionismus in der Kunst nach 1945 darzustellen."

1992 hatte van de Loo außerdem der Berliner Nationalgalerie 55 Werke gestiftet. Zur europäischen Maler-Prominenz, die der Galerist förderte und sammelte, gehören Asger Jorn, Jean Dubuffet, Emil Schumacher, Antoni Tàpies und Antonio Saura.

Eigenwillig und mutig

Der in Witten an der Ruhr geborene van de Loo eröffnete 1957 eine Galerie für avantgardistische Kunst in München. Schnell machte er sich laut Kunsthalle Emden einen Namen als eigenwilliger, mutiger und kämpferischer Galerist. Mit der Schenkung an Emden wurde die Kunsthalle massiv erweitert. Die Schenkung nach Ostfriesland zu holen, war zugleich der letzte Deal, den Kunsthallen-Gründer Henri Nannen vor seinem Tod einfädeln konnte. 1997 beendete van de Loo seine Tätigkeit als Galerist.
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