"Kunsthalle" zeigt "Sitzbares aus aller Welt"
"Myto" und Schemel

Vom blauen Freischwinger "Myto" bis zum einbeinigen Melkschemel: Künstler Heiko Herrmann hat ein extrem vielfältiges Sortiment an "Sitzbarem" zusammengetragen. Bild: hfz
Wer läuft, denkt eher sprunghaft, die Logik funktioniert im Sitzen besser, meint Künstler Heiko Herrmann. Diese philosophischen Überlegungen haben ihn dazu gebracht, Stühle und Hocker zu sammeln. Eine Auswahl zeigt er nun in der "Pertolzhofener Kunsthalle", ein über vier Seiten einsehbarer Kunst-Container am bayerisch-böhmischen Freundschaftsweg.

Ein Panorama des Sitzens entfaltet sich dort auf wenigen Quadratmetern. Küchenstühle aus den 30er Jahren treffen auf archaische Hocker, darunter auch ein Exemplar, das einst einem marokkanischen Schuhputzer gehörte. Ein Arne-Jacobsen-Stuhl behauptet seinen Platz in dieser Sammlung ebenso wie ein Hochseedampfer-Sessel, ein einbeiniger Melkschemel und Constantin Grcics Kunststoffstuhl "Myto", ein knallblauer Freischwinger.

Heiko Herrmann, der in Pertolzhofen ein Atelier hat und dort auch Vorsitzender der Kunstvereins ist, hatte die Idee zur Auseinandersetzung mit diesem Thema bei einem Besuch in Odessa. "Damals wurde ich vom Virus Stuhl befallen, es ist etwas Elementares, Gehen, Sitzen", erklärt der Künstler.

Wer sich die elementaren Ruhepole anschauen will, hat dazu bis 15. April am Ortseingang von Pertolzhofen Gelegenheit. Der Blick durch die Container-Fenster auf die Sammlung "Sitzbares aus aller Welt" ist rund um die Uhr möglich und - falls die auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage genügend Licht liefert - auch nachts.
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