Lena Christs dialektreiche "Rumplhanni" im "LohrBär-Verlag" als Hörspiel herausgekommen
"A Barasolflickersbankert, a windiger Deanstbot!"

"Die Rumplhanni" ist der "neueste Stolz" des Regensburger "LohrBär-Verlags". Bild: Wolke
Regensburg.53 Sprecherinnen und Sprecher, eine Stubenmusi, ein Akkordeon, 40 Aufnahmetage, 100 Stunden "Rohmaterial", zweieinhalb Jahre Produktionszeit: Kein Wunder, dass der "LohrBär-Verlag" dieses Hörspiel als seinen "neuen Stolz" bezeichnet. Den großen Aufwand hat der Regensburger Hörbuchverlag einem Klassiker gewidmet. Die Rede ist von der "Rumplhanni". Die Geschichte um die Bauernmagd Johanna Rumpl ist wohl der bekannteste Roman der bayerischen Schriftstellerin Lena Christ.

Authentische Sprache

Seit ihrem Erscheinen im Herbst 1916 zieht die "Rumplhanni" ihre Leserschaft in den Bann - und zwar über Generationen hinweg. Fast schon unnötig zu erwähnen, dass das Buch zu den Standardwerken der bayerischen Literatur gehört. Auch dem "LohrBär-Verlag" lag der Stoff sichtlich am Herzen, das zeigt sich schon an der Aufmachung des nun erschienenen Hörspiels. Eine mit nostalgischen Zeichnungen versehene Klapphülle aus Karton enthält nicht nur die drei CDs sondern auch ein Vorwort des Herausgebers Dieter Lohr.

"Die Sprache der ,Rumplhanni' ist so aus dem Bauch heraus, so authentisch, so handfest - man findet in der bayerischen Literatur kaum ihresgleichen", schreibt Lohr und unterstreicht seine Aussage mit einem Zitat: "Feiramd! Daß's Gott gsegn! Kreizsakra, heunt hätt' i 'hn bald gspürt, mein Buckl! Zwoaradreißg ham mir heunt beschlagn!"

Alle Achtung! Da können sich andere Mundartautoren etwas abschauen - was sie zweifellos bis heute tun. Lena Christ gilt als eine der bedeutendsten bayerischen Schriftstellerinnen. Auch Ludwig Thoma zollte der Kollegin Respekt und Unterstützung - ihre auf Drängen ihres damaligen Mannes hin veröffentlichten "Lausdirndlgeschichten" verzieh er ihr. Sie waren ohnehin nicht erfolgreich.

Ganz anders als die authentischen Erzählungen, die Lena Christ aus freien Stücken heraus schrieb. Allen voran "Die Rumplhanni". Gemeint ist damit Johanna Rumpl, die sich als Magd bei einem Bauern verdingt. Ihr Traum ist es, selbst Bäuerin zu werden - ein schwieriges Unterfangen für ein uneheliches Kind niederer Herkunft. Der einzige Weg dazu scheint ihr ein Kind mit dem Sohn des Bauern. Doch: Fast ist es so weit, da muss der junge Bauer in den Krieg.

Besetzt sind die Figuren im neuen "LohrBär"-Hörspiel durch 50 "dialektfeste und stimmgewaltige Hochkaräter". Dieses Versprechen vonseiten des Verlags klingt nicht überzogen angesichts der Liste der beteiligten Sprecher: Eva Sixt ist dabei, ebenso Rüdiger Hacker, Tanja Raith und Gerd Burger. Die Musik stammt vom Amalienquartett und Sepp Frank.

Sicht der Landbevölkerung

",Die Rumplhanni' ist ein packender Roman, ein sprachliches Feuerwerk, ein Generationenroman, ein Sittenbild seiner Zeit", schreibt Herausgeber Dieter Lohr. Und: Ein ausgefallenes Zeugnis des Ersten Weltkrieges. Als die "Rumplhanni" im Herbst 1916 erschien, konnte ihre Autorin noch nichts wissen über den Ausgang und die Folgen des Ersten Krieges. Lena Christs Schilderungen spiegeln die damalige Wahrnehmung der Landbevölkerung. Hier gleicht der Krieg oft nur einem fernen Kanonendonner. Selig sind die Unwissenden.

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Das Hörspiel "Die Rumplhanni" ist im "LohrBär-Verlag" erschienen (ISBN 978-3-939529-13-2) und kostet 19,90 Euro.
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