Marius Weber aus Weiden, Darsteller in "B-Movie - Lust und Sound in West-Berlin", zwischen ...
Premiere bei Berlinale "wie ein einziger Film"

Der Weidener Darsteller von Mark Reeder, Marius Weber (links), traf bei der Premierenfeier den echten Mark Reeder. Bild: Cindy Michel
Es ist 9 Uhr morgens und kalt. Eiskalt. Die Wachmänner vor dem Berlinale-Palast haben ihre Mützen tief ins Gesicht gezogen, die Fäuste in den Jackentaschen vergraben. Über den verlassenen roten Teppich fährt eine Kehrmaschine, die so groß wie ein Traktor ist. Selbst den Paparazzi ist es zu kalt und zu früh. Nur wenige haben sich windgeschützt um das Hyatt-Hotel postiert in der Hoffnung auf ein paar Stars. Marius Weber (27) stellt den Kragen seines Mantels auf, trinkt Cappuccino aus einem Pappbecher und beobachtet die Menschenschlange vor den Berlinale-Ticketverkaufsständen.

Darsteller am Ticketschalter

"Puh, da muss ich mich jetzt dann auch anstellen ", sagt er und zündet sich eine Zigarette an. "Ich möchte mit ein paar Freunden aus Weiden und meiner Schwester noch 'B-Movie - Lust und Sound in West-Berlin' anschauen." Marius Weber selbst hat die Doku über die musikalische Undergroundszene der 80er Jahre in West-Berlin nicht nur bereits gesehen, sondern auch darin mitgespielt. Er stellt den jungen Mark Reeder dar. Der Musikproduzent, DJ und Labelbetreiber aus Manchester ist Dreh- und Angelpunkt des Films. Die Archivaufnahmen in "B-Movie - Lust und Sound in West-Berlin" stammen zum größten Teil aus Reeders persönlichem Repertoire. So ist die Doku mehr als nur kollektives Gedächtnis einer vergangenen Szene. Durch Reeder wird der Film persönlich, menschlich. Durch seine gefilmten und gesprochenen Erinnerungen wird der Zuschauer Teil der Musikszene West-Berlins der 80er. Plötzlich scheinen Reeders Erinnerungen an eine Zeit, als Berlin noch geteilt, roh und Spielplatz der deutschen kreativen Halbstarken war, mit den eigenen zu verschwimmen.

Große Ähnlichkeit

Zu verschwimmen scheinen auf der Leinwand auch Mark Reeder und Marius Weber. So sehr ähnelt der Weidener dem Briten. Archivaufnahmen mischen sich mit nachgestellten Szenen, nicht mehr definierbar, welcher Mark nun wirklich Mark ist und nicht Marius. "Ne, es gibt schon Unterschiede zwischen uns, wobei ich doch auch überrascht war, als ich mich auf der Leinwand sah. Eine Ähnlichkeit ist klar vorhanden."

Die Premierenvorführung war "wie ein einziger Film" für Marius Weber. Beinahe hätte er diese auch noch verpasst. Mit dem Zug von Weiden nach Berlin, schnell bei einem Kumpel geduscht und umgezogen, in die U-Bahn und ab zur Premiere. Erst kurz vor Beginn des Films kam er ins Kino, den Einzug über den roten Teppich hatte er verpasst. "Der Security wollte mich halt echt nicht reinlassen, weil ich ja keine Karte hatte. Zum Glück fand er dann meinen Namen auf der Gästeliste."

Während der Vorführung bekam Marius Weber nicht so viel vom Film mit, er sah nur immer wieder sich selbst auf der Leinwand und konnte die ganze Situation gar nicht so richtig fassen. "Richtig krass war, als die ganze Crew nach dem Film nach vorne gebeten wurde. Ich auf der Bühne zwischen Mark Reeder und den Toten Hosen, vor uns Hunderte von applaudierenden Menschen."

Die Vorführung und auch die anschließende Premierenfeier mit Prosecco ziehen im Fast-Forward-Modus an Marius Weber vorbei: "Es war schon echt ein Hammer-Erlebnis, ein bisschen surreal aber super. Die ganze Crew war toll. Vor allem mit Mark habe ich mich super verstanden, wir sehen uns auch wieder."
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