„Midnight Special“: Neuer Jeff-Nichols-Film kann nicht überzeugen
Mysteriös und überflüssig

Joel Edgerton, Michael Shannon, Jaeden Lieberher und Kirsten Dunst (von links) in einer Szene aus "Midnight Special". Der Streifen von Jeff Nichols läuft im Wettbewerb der Berlinale. Bild: Warner Bros./dpa

Berlin. Wer es gerne mystisch mag, der wird von "Midnight Special" angetan sein. Allen anderen ist wohl eher vom Kauf eines Kinotickets abzuraten. Es geht im Streifen nur quälend langsam vorwärts und er endet sehr abstrus.

Der Film, der im Wettbewerb der Berlinale vertreten ist, beginnt recht nebulös. Der kleine Junge Alton, gespielt von Jaeden Lieberher, trägt eine Schutzbrille, weil er immer wieder Anfälle bekommt. Gleißendes Licht entströmt dann seinem Körper. Mit wundersamen Fähigkeiten lässt er sogar Satelliten abstürzen. Schließlich sollen ihn NSA, FBI und CIA, die hinter ihm her sind, nicht entdecken.

Regisseur Jeff Nichols nimmt sich nicht viel Zeit, um eine Vorgeschichte zu erzählen. Er steigt direkt ein und konfrontiert den Zuschauer mit den genannten Tatsachen, für die er lange keine Erklärung liefert. Trotz toller Schauspieler wie Kirsten Dunst, Joel Edgerton, Michael Shannon und dem aus "Star Wars" bekannten Adam Driver bleiben die Figuren ohne Tiefe.

Positiv zu erwähnen sind lediglich einige Actionszenen. Etwa wenn Altons Vater (Shannon) und ein Verbündeter, Lucas (Edgerton), in der Dunkelheit mit dem Auto flüchten. Lucas schaltet das Licht aus, setzt sich ein Nachtsichtgerät auf und tritt auf das Gaspedal. Seltene Momente, in denen der Film Fahrt aufnimmt.

Im Finale kommt es zu einer hanebüchenen Aufklärung, die - um es wohlwollend zu formulieren - dem Kinobesucher viel Interpretationsspielraum lässt.

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Regie: Jeff Nichols - Mit Adam Driver, Kirsten Dunst, Joel Edgerton, Michael Shannon, Jaeden Lieberher - Musik: David Wingo - 111 Minuten - frei ab 12 Jahren - Im Internet: www.midnightspecialmovie.com
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