Mit "Max" und "Belle" richtig umgehen

Zoiglbier, Halbekrüge, Brezln und ein alter Bauerntisch, an dem drei Platz nahmen, um die frisch in Buchform gedruckten Spielanleitungen zum Schafkopfen und Watten vorstellten: (von links) Verlagsleiter Wolfgang Benkhardt, Autor Erich Rohrmayer und die Leiterin des Freilandmuseums Neusath, Dr. Birgit Angerer. Bild: hou

Der Kachelofen in der uralten Bauernstube war angeheizt, auf dem Tisch stand Zoiglbier und rasch waren die Karten gemischt zu einer zünftigen Runde Schafkopf. Dass man solchermaßen zur Tat schritt, hatte es bisher bei einer Buchvorstellung nicht gegeben.

Was dabei frisch gedruckt neben den Kartlern lag, waren Anleitungen, die genau in den Rahmen passten. Die beiden als Ratgeber bezeichneten Bände heißen "Lerne Schafkopfen" und "Lerne Watten". Der Autor ist Experte. Einer, der mit Leidenschaft Karten spielt und es unterdessen in seinem heimatlichen Raum Regensburg zu einiger Popularität bei denen gebracht hat, die sich mit Begriffen wie "Da Alt", "a Schmier", "Spitz", "Max" und "Belle" auskennen.

Unterweisung nötig

Er heißt Erich Rohrmayer, arbeitet hauptberuflich als Elektroingenieur und hat es sich zum Ziel gesetzt, auch viele aus der jungen Generation für das Watten und Schafkopfen zu begeistern. "Früher", weiß Rohrmayer, "ist das mündlich weitergegeben worden." Heute aber sei das längst nicht mehr so. Von daher bedürfe es, wie der Karten-Kundige vermutete, einer Unterweisung in gedruckter Form, um die Grundbegriffe zu vermitteln.

Rohrmayer setzte sich hin, schrieb leicht begreifbare Spielanleitungen und traf irgendwann auf Wolfgang Benkhardt. Der ist Verlagsleiter beim Buch- und Kunstverlag und sorgte dafür, dass Rohrmayers Regelkunde den richtigen Rahmen bekam.

In Form sogenannter Ratgeber, die durchaus auch mitgenommen und aufgeschlagen werden können, wenn's mit dem "Alten" am Kartentisch noch nicht so recht läuft. Nun war Buchpremiere. An einem Ort, der ideal passte: Die Wohnstube des uralten Denkenbauernhofes, der einst im Raum Tirschenreuth stand und originalgetreu im Freilandmuseum Neusath bei Nabburg wieder aufgebaut wurde.

Bäuerliche Tradition

Zu Rohrmayer und Benkhardt gesellte sich Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer, die den Blick darauf lenkte, dass zur bäuerlichen Tradition natürlich auch das Kartenspiel gehört. Besonders beim Schafkopf, an dem sich oft mehrere Generationen am Wohnstubentisch und natürlich auch im Wirtshaus beteiligten. Übrigens auch im Freilandmuseum. Dort hat es unterdessen mehrere Schafkopfkurse gegeben, ist für 2015 wieder ein Turnier geplant, an dem - durchaus eine Besonderheit - ausschließlich Frauen an den Tischen sitzen. Die Ratgeber "Lerne Schafkopf" und "Lerne Watten" sollen nicht die einzigen bleiben.

Im Buch- und Kunstverlag, ließ Benkhardt anklingen, denke man über weitere Veröffentlichungen nach. Mit beiden Büchern, fügte er hinzu, habe sich der Verlag erstmals in das "Low-Price-Segment" begeben. Sie kosten 8,95 Euro pro Band. Mit den Neuerscheinungen ist Benkhardts Worten zufolge auch der Einstieg in den E-Book-Markt geplant.

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Die Kartenbücher sind im Buch- und Kunstverlag Oberpfalz erschienen und im Buchhandel, in den Geschäftsstellen des Medienhauses "Der neue Tag" oder über den Verlag (Telefon 0961/85-550 und 09621/ 306-196) erhältlich.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.buch-und-kunstverlag.de
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