Mit Sand und Köpfchen

Batsch! Der Ball saust über das Netz und landet auf dem Boden. Genauer gesagt: im Sand. Denn beim Beachvolleyball fühlt man sich wie am Strand. Wir haben zwei Jungs beim Training besucht.

Feiner Sand, wohin man schaut. Doch Liegestühle und Strandkörbe - Fehlanzeige! Stattdessen gibt es hier rechteckige Felder mit ziemlich hohen Netzen in der Mitte. Auf einem der Felder hechtet Luis gerade dem Ball hinterher. Der 14-Jährige spielt Beachvolleyball (gesprochen: biitschvolleyball). Auf Deutsch heißt das: Strand-Volleyball. Jetzt macht auch der Sand Sinn.

Abklatschen

Eine Mannschaft bei dieser Sportart besteht nur aus zwei Spielern. Luis' Partner heißt Henrik und hat Aufschlag. Dafür steht er hinter der Linie des Feldes. Er wirft den Ball hoch und schlägt ihn mit der Hand über das Netz. Doch seine Angabe landet im Aus. "Nicht schlimm, weiter geht's", ruft ihm Luis zu. Und die beiden klatschen ab.

Jetzt sind ihre Gegner mit dem Aufschlag dran. Der Ball kommt angeflogen. "Hab' ich", brüllt Luis und spielt den Ball mit den Unterarmen zu Henrik. Baggern nennt man das - weil man den Ball wie ein Bagger nach oben befördert.

Henrik spielt den Ball wieder zu Luis zurück. Und zwar so, dass dieser ihn mit Schmackes über das Netz hauen kann. Damit keiner der beiden Gegner den Ball erwischt, bevor dieser den Boden berührt. Dann gäbe es einen Punkt für Luis und Henrik.

Nicht immer hart

"Es geht aber nicht immer darum, den Ball möglichst hart übers Netz zu hauen", erklärt Luis. "Beim Beachvolleyball muss man mit Köpfchen spielen." Henrik nickt und grinst.

Kurz darauf zeigt er, wie man mit Köpfchen spielt. Der Ball kommt im hohen Bogen zu Henrik geflogen. Statt ihn auf die andere Seite zu dreschen, berührt er ihn aber nur leicht. Der Ball plumpst direkt hinter dem Netz in den Sand. Punkt! "Ich hab gesehen, dass die beiden anderen ziemlich weit hinten standen", erklärt der 13-Jährige.

Im tiefen Sand schnell zu laufen, ist gar nicht so einfach. "Wenn man erst losrennt, wenn der Gegner gespielt hat - dann ist es zu spät", sagt Luis. "Man muss ahnen, wo er den Ball hinschlagen könnte. Also ein Gefühl dafür entwickeln."

Schließlich muss man zu zweit ein großes Feld abdecken. Das haben die beiden Jungs aus Bocholt schon ziemlich gut drauf. Bocholt ist eine Stadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. In ihrem Verein ist Beachvolleyball total angesagt.

Es gibt dort richtig gute Spieler. "Mein großer Bruder Jonas spielt in der zweiten Bundesliga", erzählt Luis. Die richtigen Profis treten bald bei der Weltmeisterschaft in den Niederlanden gegeneinander an. So gut wollen Henrik und er auch gerne werden. "Wir sind im Sommer fast jeden Tag mehrere Stunden auf dem Beach", sagt Luis. Weil sie so viel trainieren müssen? "Nee, aus Spaß!" (dpa)
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