Mittelfränkischer Theaterverein plant Naturkulisse als Höhepunkt der Lutherdekade 2017
Bühne frei für Martin Luther

Der Vorsitzende der Hans-Sachs-Spielgruppe, Klaus Roscher (rechts), steht mit Hans-Peter Hoffmann (inks) und Wolfgang Marschall in der alten Lehmgrube, die zu einer Naturbühne ausgebaut werden soll. Bild: dpa
Bayern soll eine neue Naturbühne bekommen: Ein Theaterverein will zum Reformations-Jubiläum 2017 die Lebensgeschichte von "Martin Luther" in einer riesigen Lehmgrube in Mittelfranken in Szene setzen.

Der Ort könnte ohne weiteres als die perfekte Kulisse für eine Krimi-Verfilmung durchgehen. Kurz vor Sonnenuntergang ist es mucksmäuschenstill in der abseits gelegenen Lehmgrube am Ortsrand der kleinen mittelfränkischen Stadt.

Lutherdekade 2017

Es braucht etwas Fantasie, um sich hier die stattliche Wartburg vorstellen zu können, wo einst Martin Luther als Junker Jörg einen Teil der Bibel ins Deutsche übersetzte. In zwei Jahren soll es nach den Plänen eines Theatervereins aber soweit sein: Die nicht mehr von Ziegeleien genutzte Lehmgrube in Langenzenn (Kreis Fürth) soll bis dahin zu einer neuen bayerischen Naturbühne ausgebaut sein, mit Platz für 400 Besucher. Pünktlich zum Höhepunkt der Lutherdekade 2017 will die Hans-Sachs-Spielgruppe dort das Stück "Martin Luther" uraufführen - entweder nach der bekannten Filmvorlage oder in einer eignen Fassung.

Knapp eine halbe Million Euro hat der nach dem Nürnberger Meistersinger Hans Sachs benannte Verein für das Projekt veranschlagt. Rund 200 000 Euro will er aus eigener Kasse beisteuern. Weitere 200 000 Euro sollen nach dem Konzept des Vorsitzenden Klaus Roscher beim europäischen Regionalentwicklungsprogramm "Leader" beantragt werden. "Wir sind gerade dabei, die Baupläne fertigzustellen", sagt Roscher.

Hervorragende Kulisse

Ob die Wartburg für Luthers großen Auftritt als Nachbau in der Lehmgrube errichtet wird oder nur als eine Projektion zu sehen sein wird, darüber ist sich Roscher noch unklar. Mit Holzlatten haben Mitglieder des Theatervereins bereits provisorisch die Bühne abgesteckt. "Durch den Lehm haben wir hier eine hervorragende Akustik, vielleicht können wir auf Mikrofone verzichten", schwärmt Roscher. Nach den Luther-Aufführungen soll die Naturbühne von anderen Gruppen angemietet werden. Auch große Konzerte und Open-Air Kinoabende seien denkbar, sagt Bürgermeister Jürgen Habel (CSU).

Die Hans Sachs-Spielgruppe plant, das Luther-Stück nach der Original-Filmvorlage auf die Bühne zu bringen - vorausgesetzt, der Kauf der Rechte wird nicht zu teuer. "Sonst müssen wir selbst ein Skript schreiben", sagt Roscher.
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