Mons-Spektakel

Vor einer Woche Pilsen, jetzt Mons: Die belgische Stadt hat am Samstag mit einem großen Spektakel das Programm als Kulturhauptstadt Europas gestartet. Bild: dpa

Märchenhafte Stimmung im belgischen Mons: In der neuen Kulturhauptstadt steigt eine fantastische Eröffnungsparty. Auf das erste Spektakel sollen noch viele Überraschungen folgen.

Ein fliegender Akkordeonist, weiße Vögel und eine schwebende Frau: Die Szene erinnert an ein fantastisches Gemälde von Marc Chagall. Das wallonische Mons ist mit Luftkunst, Lichtinstallationen und dem Segen des belgischen Königspaars in sein Kulturhauptstadtjahr 2015 gestartet. Gefeiert wurde bis tief in die Nacht zum Sonntag. Noch um Mitternacht konnte man in einem der aufgestellten dampfenden Jacuzzis steigen und sich aufwärmen. Oder unter der riesigen Discokugel vor dem Rathaus tanzen.

Farbiger Höhenflug

Es wird viele Überraschungen geben, prophezeite Yves Vasseur, Generalkommissar von Mons 2015. Eine der größten war das Luftkunstspektakel "Envolée chromatique" (etwa: farbiger Höhenflug). Die Schau erinnerte an die Geiger und Bräute, die auf den Gemälden des Künstlers Marc Chagall (1887-1985) durch die Luft schweben. Knapp eine Stunde lang faszinierte die Compagnie des Quidams mit ihren Luftskulpturen die Besucher auf dem historischen Grande Place.

Zuerst tauchten hinter Nebelwolken riesige Figuren auf, dann flogen weiße Riesenvögel über den Platz, später bahnte sich eine Monsterkrabbe durch die Menschenmasse und glitten Zeppeline über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Am Schluss ließ sich auch ein Akkordeonist spielend in einem Ballon durch die Lüfte tragen.

Show mit Königspaar

Bis zu 100 000 Besucher an dem Fest teil. Auch das Königspaar war gekommen. Philippe und Mathilde von Belgien hatten das Kulturhauptstadtjahr am Nachmittag hochoffiziell mit erlesenen Gästen in der Stiftskirche Sankt-Waltrudis eröffnet. Zuvor hatte das Paar die Ausstellung "Van Gogh im Borinage. Die Geburt eines Künstlers" besucht.

Die van Gogh-Schau gehört zu den Eröffnungshöhepunkten. Denn in der bis zum 17. Mai dauernden Werkschau werden Exponate gezeigt, die auf die ersten Zeichnungen des niederländischen Malers (1853-1890)zurückgehen, die er im Borinage angefertigt hat - einer Industrielandschaft um Mons. Aus dieser Zeit sind nur wenige Arbeiten erhalten geblieben, die nun zu sehen sind.

Mons hat sich nicht nur seine Eröffnungsfeier etwas kosten lassen. Für 68 Millionen Euro hat die Stadt ein Jahresprogramm mit rund 300 Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Weitere Höhepunkte werden die Eröffnungen von gleich fünf Museen im Frühling sein. Mons ist 2015 die zweite Kulturhauptstadt Europas. Das tschechische Pilsen feierte eine Woche zuvor seinen Auftakt (wir berichteten).
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