München.
Kulturnotizen "Baal"-Inszenierung vor Gericht

Peter Handke. Archivbild: dpa
(dpa) Im Rechtsstreit um die Inszenierung von Bertolt Brechts "Baal" in München treffen sich das Residenztheater und der Suhrkamp-Verlag am Aschermittwoch vor Gericht. Die 21. Zivilkammer des Münchener Landgerichtes verhandelt dann über einen Antrag auf Einstweilige Verfügung gegen die Aufführung. Damit will der Berliner Verlag die Inszenierung von Regisseur Frank Castorf verbieten lassen. Sollte die Kammer dem Antrag folgen und die Inszenierung stoppen, müsste die Vorstellung abgesetzt werden.

Die Kritik des Verlages, der als Vertreter der Brecht-Erben auftritt: Bei Castorfs Interpretation handele es sich "um eine nicht-autorisierte Bearbeitung des Stückes von Bertolt Brecht" (Aktenzeichen 21 O 1686/15) . In der Produktion würden viele Fremdtexte verwendet, "die Werkeinheit wird aufgelöst", bemängelte der Verlag. Absprachen habe es vorher nicht gegeben. "Dies verletzt das Urheberrecht und ist durch den mit der Bühne geschlossenen Aufführungsvertrag nicht gedeckt."

Handke stiftet Teil des Ibsen-Preisgelds

Belgrad.(dpa) Der österreichische Schriftsteller Peter Handke (72) ist nach Serbien und ins Kosovo gereist, um 50 000 Euro für den Bau eines Schwimmbades zu spenden. Das berichtete die Zeitung "Novosti" am Samstag in Belgrad. Handke werde das aus dem Ibsen-Preis stammende Geld am Montag in der Kosovo-Gemeinde Velika Hoca übergeben. In dem Ort wohnt eine kleine serbische Minderheit mitten unter der albanischen Bevölkerungsmehrheit. Als Handke im Dezember den Preis in Oslo überreicht bekam, beschimpften ihn Demonstranten wegen seiner proserbischen Haltung als "Faschisten". Als Reaktion kündigte er an, einen Teil der umgerechnet 306 000 Euro im Kosovo zu spenden und den Rest an den norwegischen Staat zurückzugeben.

Brentano-Preis für Hennig von Lange

Heidelberg/Frankfurt.(epd) Die Autorin Saskia Hennig von Lange erhält heuer den Clemens-Brentano-Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg. Hennig von Lange werde für ihren ersten Roman "Zurück zum Feuer" ausgezeichnet, teilte die Stadt mit. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird am 30. Juni überreicht. Mit ihrem Roman sei der Autorin "ein sprachlich kompaktes, atmosphärisch dichtes Debüt" gelungen, aufgebaut auf den Spuren der Boxlegende Max Schmeling, heißt es in der Würdigung der Jury. Die Preisträgerin wurde 1976 geboren und studierte Angewandte Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte. Sie arbeitet an der Justus-Liebig-Universität Gießen an ihrer Dissertation und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Frankfurt.
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