Musikschule Tischenreuth belebt die Operette
Mitreißend und fantasievoll

Sehr zur Freude des dankbaren Publikums wurden der Vogelhändler Adam und die Christl von der Post doch noch ein Paar. Bild: jzk

Die oft totgesagte Operette lebt. Große Opernstars wie Jonas Kaufmann sind sich nicht zu schade, Operette zu singen und CDs mit unvergesslichen Melodien aufzunehmen. Auch die Kreismusikschule Tirschenreuth hat sich dieses Genres angenommen.

Kemnath. (jzk) Zwei Jahre lang hat Carol Bischoff mit dem Ensemble des Musiktheaters für die Operette "Der Vogelhändler" geprobt. In Kemnath präsentierte sie am Sonntag das sehenswerte Ergebnis dieser intensiven Probenarbeit.

Drei Stunden auf Bühne

Mit dem "Vogelhändler" von Carl Zeller gelang dem Ensemble der Kreismusikschule Tirschenreuth in der Realschulturnhalle eine mitreißende, fast dreistündige Aufführung. Dazu trugen überragende schauspielerische Leistungen, prächtige Kostüme und eine fulminante szenische Darstellung bei. Dass die sehr engagierten Darsteller den eine oder andere Ton nicht ganz lupenrein trafen, war für den insgesamt positiven Gesamteindruck nicht entscheidend. In ihrer Inszenierung setzte Carol Bischoff die abwechslungsreiche Handlung szenisch wohlüberlegt und stimmig um. Sie kümmerte sich nicht nur um die Sänger, sondern auch um die Kostüme und den reibungslosen Ablauf. Die Combo mit Cezary Antkowiak (E-Piano), Max Schmidkonz (Schlagzeug) und Stefan Jordanesku (E-Bass) sorgte für eine schwungvolle musikalische Begleitung des Bühnengeschehens. Sebastian Zemsch und Maximilian Ernst waren für die Tontechnik zuständig.

Wiederholt Szenenapplaus

Es war ein schmissiges Singspiel mit mitreißenden Soli, Duetten, Ensembleszenen und Tanzeinlagen. Auch der Humor kam nicht zu kurz. Diese wohldosierte Mischung verfehlte ihre Wirkung auf die Zuhörer nicht. Immer wieder gab es Szenenapplaus. Bernhard Müller als Vogelhändler Adam gab sich redlich Mühe, seine wohlklingende Baritonstimme in tenoralen Höhen erklingen zu lassen. Sopranistin Gisela Malzer bot als Kurfürstin Marie sängerisch und darstellerisch eine hervorragende Leistung. Julia Thoma überzeugte als Postbotin Christl. Sängerisch kam sie mit ihrer lyrischen Sopranstimme in den hohen Lagen manchmal an ihre Grenzen.

Die Kemnather Chorsängerin Liane Preininger hatte mit der Wirtin (Frau Nebel) und der Professorin Würmchen gleich zwei Rollen übernommen. Ihr Duett mit Simone Hahn als Professorin Süffle ("Ich bin der Prodekan") gestaltete sie umwerfend komisch. Hinreißend war der Auftritt der Ballettklasse von Sylvia Brauneis als süße Vögelchen von Adam.

Bekannte Melodien wie die Adams Arien ("Grüß euch Gott, alle miteinander" und "Wie mei Ahnl zwanzig Jahr"), das Auftrittslied der Christl ("Ich bin die Christl von der Post") und ihr melodienseliges Duett ("Schenkt man sich Rosen in Tirol") begeisterten das Publikum, in dem auch Landrat Wolfgang Lippert saß. Ebenso war die abwechslungsreiche Handlung mit dem Happy-End so recht nach dem Geschmack der Zuhörer. In der Pause bewirteten Freunde der Musikschule (Förderkreis MUT) die Gäste.
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