"My Heart Will Go On": Hollywood trauert um "Titanic"-Komponist James Horner
Große Musik für große Filme

James Horner zählt zu den erfolgreichsten Komponisten in Hollywood. Für "Titanic" nahm er 1998 zwei Oscars entgegen, als Komponist der kompletten Filmmusik und für den von Céline Dion gesungenen Originalsong "My Heart Will Go On". Bild: dpa

Es gab eine Zeit, da konnte man James Horner nicht mehr hören. Ende der Neunziger quäkte - und das weltweit - "My Heart Will Go On" aus jedem Radio. Als Klingelton von scheinbar jedem Telefon und, obwohl für Laien nun wirklich nicht geeignet, aus jeder Karaokebar.

Auch wenn Céline Dion die Lorbeeren bekam, das Lied stammt von einem von Hollywoods Tausendsassas, deren Namen nur Cineasten kennen, deren Arbeit aber Millionen, in diesem Fall sogar Milliarden vertraut ist. James Horner war einer der größten Filmkomponisten unserer Zeit. Jetzt trauert Hollywood um den Mann, der die Musik für mehr als 100 Filme schrieb und zwei Oscars gewann.

"Tucano" explodierte

Was ist geschehen? Am Montag stürzte ein einmotoriges Flugzeug in den Los Padres National Forest nordwestlich von Los Angeles. Die einmotorige "Tucano" explodierte, in den Flammen starb ein Mann, der zunächst nicht identifiziert werden konnte. Die Luftfahrtbehörde FAA meldete nur den Absturz "unter ungeklärten Umständen gegen 9.30 Uhr. Der Pilot wurde getötet". Das Flugzeug gehörte Horner (61), von dem seitdem auch jede Spur fehlt.

Unglaubliches Talent

Zweifel an seinem Tod hatte am Dienstag niemand mehr, höchstens noch Hoffnung. Sylvia Patrycja, laut Insidern seine Assistentin, schrieb auf Facebook, sie müsse sich eine Weile zurückziehen: "Wir haben eine faszinierende Persönlichkeit mit einem großen Herzen und unglaublichem Talent verloren. Er starb bei dem, was er liebte." In Schwarz stand auf ihrer Seite: "Er kommt heute nicht nach Hause. Oder jemals wieder."

"Unglaubliches Talent", diese Beschreibung passt in der Tat auf den begeisterten Hobbypiloten Horner. Der Sohn des Wiener Szenenbildners Harry Horner, selbst Oscargewinner, gilt als eines von Hollywoods Wunderkindern. 1982 war beim zweiten "Star Trek"-Film nicht genug Geld für Jerry Goldsmith ("Poltergeist", "Basic Instinct") da, also sprang Horner, gerade Ende 20, ein. Sofort machte er sich einen Namen und bis heute gilt seine Musik als die passendste zu den "Enterprise"-Filmen.

Ein paar Meilensteine: "Wolfen", "Krull", "Gorky Park", "Der Name der Rose", "Glory", "Legenden der Leidenschaft". Allein 1995 "Balto", "Jumanji", "Apollo 13" und "Braveheart". Und 1997 dann "Titanic". Dafür hielt er gleich zwei Oscars in der Hand, einmal für "Titanic", einmal für "My Heart Will Go On". Wenn er bis dahin nicht auf dem Olymp war, war er es jetzt.

Teil des Ensembles

"Der Sturm", "A Beautiful Mind", "Troja", "Avatar", "Karate Kid" und "The Amazing Spider-Man" - das war alles Horner und das war alles Musik, die nicht nebenher klimpert, sondern die ein entscheidender Teil des Films ist. Und die sich trotzdem nie in den Vordergrund drängt, sondern quasi Teil des Ensembles ist.
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