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Das muss ein Dramaturg können

Dramaturgen schauen sich auch die Proben der Aufführungen an und sagen dann ihre Meinung. Bild: dpa

Überlegen, auswählen, planen, mit Leuten sprechen: Jens Paulsen hat viele Aufgaben. Er arbeitet als Chef-Dramaturg an einem Schauspielhaus. Was alles zu seinem Job gehört, erfährst du hier.

Was ein Schauspieler am Theater macht, weiß jeder. Aber es gibt auch Mitarbeiter am Theater, die man nicht auf der Bühne sieht - zum Beispiel den Dramaturgen. Jens Paulsen ist Chef-Dramaturg am Schauspielhaus Kiel. Die Aufgaben eines Dramaturgen an einem Stadttheater sind vielfältig.

Stücke aussuchen


Zunächst einmal bestimmt der 44-Jährige, welche Stücke gespielt werden. Das ist manchmal gar nicht so einfach. "Da geht es nicht darum, welche Stücke man selber am liebsten hat. Sondern wir müssen eine möglichst große Bandbreite anbieten", erklärt Jens Paulsen.

Bandbreite bedeutet: Die Stücke sollen sich unterscheiden und verschiedene Theaterbesucher ansprechen.

Für die Stücke lädt Jens Paulsen Regisseure ein. Diese arbeiten nicht fest am Theater. Meist leiten sie nur eine Inszenierung. Damit ist die Art gemeint, wie ein Stück aufgeführt wird. Jede Inszenierung ist anders. Denn Regisseure haben unterschiedliche Ideen. Es gehe nicht nur darum, den Text aufzuführen, betont Jens Paulsen.

Als Dramaturg ist er für mehrere Inszenierungen zuständig. Er überlegt mit dem Regisseur, ob der Text verändert werden soll. Manche Stücke sind nämlich zu lang, um sie aufzuführen. Die beiden müssen auch gemeinsam über das Bühnenbild entscheiden. Ton und Licht gehören ebenfalls dazu.

Die Proben mit den Schauspielern fangen erst spät an. Meist sechs bis acht Wochen vor der Premiere. Bei den Proben ist der Dramaturg häufig dabei. Er schaut, ob alles funktioniert. Oder er gibt Tipps, wenn etwas geändert werden soll.

Jens Paulsen macht auch Werbung fürs Theater. Das heißt, er erstellt Monatspläne, Programmhefte und die Theaterzeitung. Bei so vielen Aufgaben gibt es immer einiges zu tun. Oft arbeitet er abends oder am Wochenende. "Einen typischen Arbeitstag gibt es eher nicht. Aber das ist auch schön", findet Jens Paulsen.

Urlaub hat er in der Spielzeit nicht so viel. Aber im Juli und August hat das Theater geschlossen. Das nennt sich Theaterferien. "Da haben wir dann wie Schüler Urlaub", erklärt Herr Paulsen.
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