"Nackert sing'e niad" veranstaltet erstes großes Konzert in der Waldschänke der Osterhöhle
"Stinkt der Schoaß oder stink I?"

Deutschland und die Welt
16.07.2013
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"Der Grandler ist ein Charakter, der leider vom Aussterben bedroht ist...", meinte Daniela Ludwig, die ihr erstes großes Konzert mit ihrer Schwester Carola Helm in der Waldschänke der Osterhöhle bestritt. Ihr Bandnamen "Nackert sing'e niad" soll ihre humorvolle, lustige, oberflächliche und ordinäre Art betonen.

Ihr Programm "A schoina Schmarrn mit Musik" zeichnet sich durch selbst verfasste Lieder und Gedichte aus, die verschiedene Alltag-Situationen, sei es im Supermarkt, im Klohaus, im Frühling oder auf dem Friedhof näher beschreiben.

Fußabdrücke im Sand

"Wir sind genauso neugierig, wie Sie!", sagten die Sängerinnen zu Beginn ihres Auftritts. Den Anfang machte das Gedicht "Der neue Wind", der von Fußabdrücke im Sand und Windmaschinen berichtete. Das erste Lied "Der Schoaß" informierte die Zuschauer über Verdauungsprobleme der übelsten Sorte.

Es folgte "ein musischer Benutzerhinweis fürs aufs stille Örtchen gehen" mit dem Titel "S' Klohaus". Daniela Ludwig schrieb dieses lustige Stück nach einer Kanu-Tour in Schweden, bei der es nur den Wald für den natürlichen Gang gab. "Wenn ich Klein muss, geht das ja im Gebüsch, doch ganz anders ist es, wenn ich Groß muss!", betonte Moderatorin Ludwig skeptisch und sang munter drauf los.

"Je länger Sie sitzen und je ausdauernder Sie trinken, umso besser wird's!", ergänzte sie lachend und animierte die Gäste somit zum Prosit-Trinken. "Extravagant und zuverlässig, doch auch Nobelhäuschen riechen grässlich" - so sei der "Klo-Gang" ein Spaß - zumindest laut den beiden...
Es sei übrigens "der Burner, dass so viele Menschen da sind!" Danach kam ein dramatisches Liebeslied, in dem es hieß: "Ein Herz breche leichter als Knochen und statt ewiger Treue wird Rache versprochen - ein Prozess, der zum Leben gehört, der Mensch ist gestört!"

Gefühlvoll, lustig, politisch

Ihr Repertoire beinhaltete gefühlvolle, lustige, politische und ironische Lieder, die sich mit vielen Themen beschäftigten. Durch die ständigen Wechsel und guten Überleitungen, wie: "Die einzigen politischen Gedanken, die ich mir mache, sind, ob ich zum bayerischen Moslem Grüß Gott sagen darf!" - schafften sie es das Publikum voll und ganz von sich zu überzeugen. Das Lied "Mei Bikini is hi" galt als Homage an das Etzelwanger Freibad. Und wer ein Kopfkino "Uh holladiria ho" über die Suche nach einem Mann brauchte, hatte Glück: "Brauchst du's a so? Dann ruf mi o!", dies war hierbei das schlagkräftige Statement des Duos, das nur auf ihre Stimmen, eine Gitarre und ein Chicken Egg zurückgriff.
Nach einer 20-minütigen Pause, in der es Gegrilltes, Brotzeiten, Kaffee, Kuchen und kühle Getränke gab, ging es in dem Gedicht "Winterschlussverkauf" hoch her, denn bei "reduzierter Ware kommt man sich in die Haare!" Als später das Lied "Die Schwester" folgte, verkleideten sich die beiden als Patientin und Krankenschwester, wobei Letztere das Wort "Schwester!" einfach nicht mehr hören konnte.

Sagenhafter Pessimist

"Alois" sei ein Toter, der im Himmel alles machen könne, ohne dass er sich Gedanken über seine Entscheidungen mache. Und der anfangs beschriebene "Grandler" gehöre nunmal zur Kultur und ist ein "sagenhafter Pessimist", so Daniela Ludwig.

Zum Abschluss gab es eine Zugabe und ein ganz großes Dankeschön an den Wirt, der sie auftreten ließ und die gesamte technische Ausrüstung stellte. Es ging ein Hut durch die Reihen, der prall gefüllt dem Duo "Nackert sing'e niad" geschenkt wurde.
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