Natalie Portman spielt Hauptrolle in einem Western
"Jane got a gun" startet in den Kinos

Natalie Portman hat ein neues Genre im Visier - den Western. Doch mit "Jane Got a Gun" landet sie keinen Volltreffer. Bild: Universum Film/dpa

Berlin. Hass und Rachegelüste, gepaart mit etwas Angst und viel Selbsterhaltungstrieb: Das ist der gängige Gefühlsmix für einen Western. Sentimentales Schwelgen zweier Liebender in der gemeinsamen Vergangenheit passt da nicht so gut.

Der Stoff von "Jane got a gun" aber taugt für beides: Jane, gespielt von Oscar-Preisträgerin Natalie Portman, will ihre Farm verteidigen. Ihr Ehemann Bill "Ham" Hammond (Noah Emmerich) ist vor Jahren aus einer Ganoven-Bande ausgestiegen und hat dabei viel Blut vergossen. Der Trupp ist ihm nun auf die Schliche gekommen und hat den Hünen mit Blei durchlöchert. Er röchelt nur noch, fällt für den Widerstand also aus, weshalb sich Jane Hilfe bei ihrem Ex-Verlobten Dan Frost (Joel Edgerton) sucht.

Über Rückblenden mit Kornfeldromantik wird die Geschichte des Trios in den 1860ern, zur Zeit des Bürgerkriegs, umständlich erzählt. Während die beiden Kampffähigen auf den Angriff der Bande um John Bishop (Ewan McGregor) warten, kommen sie sich dank der Erinnerungen an die idyllische Zeit wieder näher. Das hätte Potenzial, auf die Tränendrüsen zu drücken - würde ein paar Sekunden später nicht das Geballer losgehen.

Der Film verfehlt auch den Anspruch, eine Frau in den Fokus zu nehmen und auf diese Weise eine Alternative zum testosteron-lastigen Standard-Western zu bieten. Da war etwa "The Homesman" mit Hilary Swank in der Hauptrolle im vergangenen Jahr weiter. Nun bleibt der Versuch, in der malerischen - wenn auch bisweilen staubtrockenen - Landschaft im US-Bundesstaat New Mexico einen etwas anderen Western zu zeigen. Das klappt. Fraglich ist dann nur, wessen Geschmack diese Version am Ende trifft: Westernfreunde oder Liebhaber von Herz-Schmerz-Geschichten.

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Regie: Gavin O'Connor - Mit: Natalie Portman, Joel Edgerton, Ewan McGregor, Noah Emmerich - Musik: Marcello De Francisci, Lisa Gerrard - 98 Minuten - frei ab 12 Jahren - Im Netz: www.universumfilm.de
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