Neuer Spielplan des Staatstheaters Nürnberg
Vorhang auf für Theater und Tenöre

Das Stadttheater Nürnberg verspricht ein wildes, buntes und phantasievolles Programm. Bild: Staatstheater Nürnberg

Es scheint, als würde sie aus der Mauer springen und direkt in einer Pfütze aus rosa-blauen Farbspritzern landen. Fotograf Ludwig Olah hat für den mittlerweile 9. Spielplan wieder einmal ganze Arbeit geleistet.

Nürnberg. Das Ensemble des Staatstheaters Nürnberg taucht auf den Fotos in dem über 200-seitigen Programmheft an unterschiedlichen Plätzen der Stadt auf. Das Ganze wirkt wie Street Art oder Graffiti, geschickt von der Zwei- in die Dreidimensionalität wechselnd. Phantasievoll sind natürlich auch die Darbietungen, um die es geht.

Einer der Höhepunkte der Saison 2016/2017: Patrick Marbers neues Fußballdrama "The Red Lion" als deutschsprachige Erstaufführung am 25. Februar in den Kammerspielen. Großes Lob gab es bei der Pressekonferenz von Kulturreferentin Julia Lehner angesichts der Auslastungszahlen: 84 Prozent beim Ballett, 82 Prozent beim Musiktheater und 72 Prozent beim Schauspiel bezeichnete sie als "Hausnummern, die nicht selbstverständlich sind".

Glückliche Fügung


Seit dem Start von Peter Theiler in der Saison 2008/2009 als Staatsintendant in Nürnberg seien die Zahlen um 53 Prozent nach oben gegangen. Ab der Spielzeit 2018/2019 wird der gebürtige Schweizer allerdings als Intendant an die Semperoper nach Dresden wechseln. Unter seiner Ägide kam unter anderem Ballettdirektor Goyo Montero nach Franken - für viele ein "Glücksgriff", wie immer wieder zu hören ist.

Montero will die kommende Spielzeit nur mit Uraufführungen bestreiten. Mit dem neuen Tanzchef der Mailänder Scala, Mauro Bigonzetti, kreiert er einen zweiteiligen Abend zur Musik von Respighi und Bach. Mit "Don Quijote" rückt er einen spanischen Nationalhelden in den Mittelpunkt, die Partitur dazu kommt von dem kanadischen Komponisten Owen Belton.

Als dritte Ballettpremiere werden der Flame Jeroen Verbruggen und der Tscheche Jiri Bubenícek Choreographien für das Projekt "Made for us II" beisteuern. Weltgeschichte begreifbar machen will Schauspieldirektor Klaus Kusenberg, der beim Blick auf den neuen Spielplan von einem "Meisterstück" spricht.

Krallen ausfahren


Stolz berichtet er von der Uraufführung der Shakespear'schen "Römischen Trilogie" am Samstag, 22. Oktober 2016, die der bekannte Autor John von Düffel eigens für Nürnberg neu bearbeitet. Einen historischen Bogen spannen Schillers "Die Jungfrau von Orleans" am 10. April und Mark Hayhursts "Der Prozess des Hans Litten" am Samstag, 8. Oktober 2016, bei dem die Enkelin des Rechtsanwaltes, Patricia Litten, als Schauspielerin mitwirkt.

Fans von Regisseur Georg Schmiedleitner sollten sich Freitag, 9. Dezember 2016 freihalten, wenn "Die Katze auf dem heißen Blechdach" von Tennessee Williams zu Themen wie Gier und Selbsttäuschung die Krallen ausfährt. Im Opernhaus wird Peter Konwitschny, der für seine Arbeit mehrfach zum "Regisseur des Jahres gewählt wurde, Mussorgskis "Boris Godunow" am Samstag, 1. Oktober 2016, und Verdis Hunnenoper "Attila" am Samstag, 24. Juni 2017, auf die Bühne bringen.

Außerdem sind im Frühjahr die vier Teile von "Der Ring des Nibelungen" zu erleben, bevor dann in zwei Zyklen die gesamte Tetralogie zu sehen ist. Weitere Höhepunkte sind Alban Bergs "Wozzeck" am Samstag, 18. Februar 2017, Bellinis "Norma" am Samstag, 13. Mai 2017, und natürlich die wunderschöne Musical-Komödie "Sugar - Manche mögen's heiß" von Jule Styne am Samstag, 29. Oktober 2016.

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Weitere Informationen:

www.staatstheater-nuernberg.de
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