Norbert Simmerl fährt zur Trauerfeier seines Idols nach München
Großer Fan von Winnetou

Norbert Simmerl neben Winnetou als Pappkameraden in seinem Haus in Parkstein. Bild: uz

Der Tod von Winnetou-Star Pierre Brice war für viele Winnetou-Fans ein Schock. So auch für Norbert Simmerl der für die Trauerfeier seines Idols extra nach München gereist ist.

Parkstein. (zpe) "Es war ein riesiger Schock." Norbert Simmerl erfuhr bei der Gartenarbeit per SMS vom Tod des Winnetou-Darstellers Pierre Brice. "Ein Karl-May-Freund aus Wuppertal hat mich informiert." Der bekennende Winnetou-Fan und Sammler tröstete sich, indem er an jenem Tag nur noch den Winnetou-Melodien von Martin Böttcher lauschte. "Am Sonntag hab ich mir den ganzen Tag Filme mit Pierre Brice angeschaut."

Klar, dass Simmerl zur Trauerfeier seines Idols nach München reist. Mit vier Karl-May-Freunden aus Arzberg, Kulmbach und Berlin. Und weil der Parksteiner allerbeste Kontakte besitzt, haben die vier Platzkarten im vorderen Bereich von St. Michael bekommen. "Wir müssen nicht wie andere draußen stehen, um die Trauerfeier auf der Leinwand zu verfolgen."

Dies sei er dem Häuptling schuldig, meint der 59-jährige Elektroniker. Pierre Brice habe zeitlebens für Freundschaft, Treue und Zusammengehörigkeit gestanden. "Werte, die es so nicht mehr gibt. Heute zählen im Film doch nur noch Blut und Gewalt." 15 Mal hat Simmerl den Schauspieler persönlich getroffen. Meist, als Pierre Brice in Elspe und Bad Segeberg auf der Bühne stand.

Dann hat er die treuesten Fans hinterher persönlich eingeladen und mit ihnen gesprochen, auch mit Simmerl. Zuletzt traf er den Franzosen zusammen mit seiner aus Amberg stammenden Ehefrau Hella im Juli 2011 bei den Süddeutschen Karl-May-Festspielen in Dasing und ein Jahr später in Radebeul bei den Karl-May-Tagen. "Er hatte Charisma und war menschlich."

Simmerl beziffert die Karl-May-Film-Szene in Deutschland mit 1500 Personen. Weitere 2500 Fans beschäftigten sich mit den Festspielen. Er selber sei Mitglied des Winnetou-Clubs und der Karl-May-Gesellschaft. Selbst nach 50 Jahren tauchten immer wieder neue Schätze auf.

Am Donnerstagvormittag wird sich Simmerl auch in die Reihe der Fans einreihen, die Pierre Brice die letzte Ehre geben. Auch Komponist Martin Böttcher und viele Prominente werden erwartet. Ob Böttcher selber die Winnetou-Melodie dirigieren wird, ist Simmerl unklar. Sicher sei, dass die Hymne gespielt werde. Pierre Brice selbst werde dann in einem Sarg aufgebahrt sein, der mit der französischen Trikolore bedeckt sei. "Im Karl-May-Original von Winnetou 3 singen die Leute dem sterbenden Winnetou das 'Ave Maria' vor. Und für seine eigenen Trauerfeier hat sich der bekennende Katholik ebenfalls das "Ave Maria" gewünscht", weiß Simmerl.
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