Peter Füssls Arbeit in "Kufflers Weinzelt" auf der Wiesn
Koch in einer anderen Welt

Babylonisches Sprachengewirr. Schrille Musik von den Fahrgeschäften. Bier, Wein und Sekt in Strömen. Tanzen auf dem Tisch. Party überall. Die Wiesn ist ein Phänomen. Doch für den Altenstädter Peter Füssl ist es harte Arbeit.

Seit knapp einer Woche feiern Millionen Gäste aus aller Welt in München. Dies machen Menschen wie Peter Füssl möglich. In "Kufflers Weinzelt" sorgt er dafür, dass niemand hungrig nach Hause gehen muss.

24 Köche

Der 30-jährige Altenstädter absolvierte nach der Hauptschule eine Ausbildung zum Koch. Von 2000 bis 2003 lernte er im "Roten Hahn" in Regensburg sein Handwerk von der Pike auf. Seit acht Jahren geht er seiner Berufung in München nach. Zunächst waren der "Andechser" am Dom und der Partyservice der BayernLB berufliche Stationen. Seit fünf Jahren kocht der Oberpfälzer als Chefsaucier im Spatenhaus an der Oper. Er ist stolz darauf, im Flaggschiff der Kuffler-Gruppe zu arbeiten. Bereits 2014 war Füssl auf dem Oktoberfest im "Bräusroslzelt" tätig. "In diesem Jahr bin ich im besten Zelt der Wiesn", sagt er. 1920 Besucher finden drinnen und über 500 im Garten Platz. Füssl bekocht mit 23 Kollegen die Gäste. "Hier kann ich meine Leidenschaft voll ausleben", sagt der 30-Jährige. Er ist für die warmen Speisen zuständig. Alles werde frisch zubereitet. Am Wochenende gehen 8000 Teller über die Theke: Kürbiscremesuppe, Pinzgauer Spinatknödel, bayerische Kronenente, Schweinshax'n, Weißbiergulasch. Küchenchef Frederico Guiterrez ist absolut überzeugt von seinem "Produktionschef", wie er es humorvoll ausdrückt. Füssl habe in der Küche alles bestens im Griff. "Auf dem Oktoberfest zu kochen, ist einfach geil", erklärt der jüngste Sohn der Familie Füssl (Holmbauer). "Auch wenn du arbeitest, wenn andere feiern."

"Man taucht 16 Tage in einen andere Welt ein. Es ist eine Welt, in der alle fest zusammenhalten. Wenn du früh kommst und siehst das leere Zelt, dann kommen Gefühle wie Stolz hoch. Du weißt: Am Abend sind alle Plätze besetzt und du trägst deinen Teil zum Gelingen des größten Volksfestes der Welt bei." Um die Gäste zufriedenzustellen, muss das Niveau im Weinzelt sehr hoch sein. Das sei jeden Tag eine neue Herausforderung.

Ein toller Beruf

Die Eltern Maria und Hans Füssl freuen sich, wie ihr Sohn Leben und Beruf meistert. Konkrete Zukunftspläne hat der Jungkoch noch nicht. Hin und wieder unterstützt er seinen großen Bruder Jürgen in seinem Lokal "D'Wirtschaft" in Altenstadt. "Koch ist ein toller Beruf. Ich finde es schade, dass nicht mehr Menschen in der Gastronomie arbeiten."
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