Pfarrer Adrian Kugler weiht neuen Kirchplatz in Tremmersdorf ein
"Herz von Tremmersdorf blüht auf"

Die Tremmersdorfer feierten die Einweihung ihres sanierten Kirchenvorplatzes - und die ganze Gemeinde sowie etliche Ehrengäste feierten mit. Mit einem Gottesdienst mit anschließender Segnung durch Pfarrer Adrian Kugler nahmen die Einwohner ihre "gute Stube" wieder ganz offiziell in Besitz. Bild: do

Wo die Schwalbe nistet, da kein Unglück fristet. Nimmt man das muntere Gezwitscher der Rauchschwalben beim Einweihungsgottesdienst auf dem neuen Kirchplatz zum Maßstab des Glücks, dann stehen dem Ort noch viele freudenreiche Jahre bevor.

Schon zum Beginn der Festmesse hatte Pfarrer Adrian Kugler um Gottes Segen für die einladende neue Dorfmitte gebeten. Den Heiligen Geist rief der Ortspfarrer eine Woche vor Pfingsten ebenfalls an: "In uns legt er neue Ideen, die wir zum Leben brauchen." Von diesen Ideen lebt auch die starke Dorfgemeinschaft. "Das Herz von Tremmersdorf blüht auf", erklärte Bürgermeister Albert Nickl bei weißblauem Festwetter gar entzückt.

Gegen diese Bewertung wollte Pater Adrian nichts einwenden. Er sprach von einem Platz der Begegnung, des Gesprächs und der Kommunikation und urteilte: "Ein Kirchenvorplatz ist notwendiger denn je." In seiner Predigt sah er in dem neu gestalteten Areal die Chance, im Verweilen, im Plaudern und Freuen zu einem bewussteren Glauben zu finden und mit den Gesprächen Türen und Herzen zu öffnen. "Dadurch erhalten Worte neuen Glanz, und wir sind reicher, als wir meinen", merkte der Geistliche an.

Ein Gemeinschaftswerk

Mit Blick auf die von der Kirchenstiftung restaurierte historische Wehr- und Friedhofsmauer zitierte der Prämonstratenser-Chorherr schmunzelnd Mark Twain: "Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht heraus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein." Der Seelsorger wusste dennoch die Notwendigkeit der Restaurierung zu begründen und freute sich mit denjenigen, "die heute vor der Friedhofsmauer" mitfeiern durften.

Mit Bürgermeister Albert Nickl waren die Ehrengäste Willibald Perzl vom Amt für Ländliche Entwicklung, Diplom-Ingenieur Hannes Oberndorfer und Seniorchef Gerhard Prösl von der Baufirma Prösl glücklich über das gelungene Werk. Nickl verwies auf die Umgestaltung des Platzes als Gemeinschaftswerk von Dorf, Anliegern, politischer Gemeinde, Planern und Förderstellen.

Als besonders lobenswert stellte er das Mitwirken der Anlieger bei der Schaffung von Parkflächen auf privatem Grund und die gelungene Fassadensanierung der Wohnhäuser heraus. Der Bürgermeister nannte Gesamtkosten von zirka einer halben Million Euro einschließlich der Investitionen des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach und der Anlieger. "In der Zusammensetzung vieler Puzzleteile ergibt sich in Tremmersdorf ein schönes Gesamtbild", bilanzierte er. "Am Ball" will Nickl beim Erwerb und bei der Sanierung des ehemaligen "Kausler-Hauses" bleiben. "Dann ist auch das letzte Puzzle für das Tremmersdorfer Herz gelegt."

Auf fruchtbaren Boden

"Wer gut gearbeitet hat, der kann auch gut feiern", erklärte Willibald Perzl als Vertreter des Amts für Ländliche Entwicklung. Die Vielfalt erhalten und die Zukunft gestalten: Dieser Grundsatz der Dorferneuerung sei in der gesamten Gemeinde Speinshart mustergültig umgesetzt, bestätigte er. Heute laute die Botschaft der staatlichen Förderstellen, "Engagement und Eigeninitiative". Auch diese Bedingung sei in Tremmersdorf auf fruchtbaren Boden gefallen.

Nach Festgottesdienst und -ansprachen ging es, angeführt von der Kirchenthumbacher Blaskapelle - die schon den Festgottesdienst musikalisch umrahmt hatte - zur Gemeinschaftshalle. Auf den Weißwurst-Frühschoppen folgte ein zünftiges Dorffest, bei dem die Jugendblaskapelle Kirchenthumbach aufspielte.

Am Nachmittag bestand Gelegenheit, an einer Kirchenführung mit Erläuterungen zur Geschichte von St. Peter und Paul sowie von Tremmersdorf teilzunehmen. Es informierten Kornelia Götz und Kunsthistoriker Adolf Mörtl.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.