"Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" im Kino
Magischer Auftakt

Der Nichtmagier Jacob Kowalski (Dan Fogler) stürzt sich mit Zauberer Newt Scamander (Eddie Redmayne) und Hexe Porpentina (Kethrine Waterston) in das neue Abenteuer des von Joanne K. Rowling geschaffenen Magier-Universums.
 
Nun zückt Eddie Redmayne doch den Zauberstab. In "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" spielt er Newt Scamander. Der britische Schauspieler hatte bereits als Teenager für die Rolle des Tom Riddle in Harry Potter vorgesprochen - ohne Erfolg. Bilder: Jaap Buitendijk/Warner Bros./dpa (2)

Nachdem Joanne K. Rowling den finalen Harry-Potter-Band beendete, weinte sie. Die Autorin konnte nie vom Magier-Universum loslassen. Nun läuft "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" im Kino. Rowling schrieb das Drehbuch. Diesmal lautet ihre Zauberformel für den Erfolg: Möglichst wenig Parallelen zu Harry Potter.

München. Kein Hogwarts, kein verbotener Wald, keine Winkelgasse. Stattdessen füllt in einer der ersten Szenen die Freiheitsstatue die Leinwand. Die Nichtmagier heißen No-Majs und nicht Muggel. "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" hat wenig mit den vorangegangenen acht Filmen und acht Büchern (inklusive des veröffentlichten Theaterstückes) zu tun. Der Film ist eine komplett eigenständige Geschichte und in den 1920er Jahren in New York angesiedelt. Sie spielt 70 Jahre vor der Einschulung Harry Potters.

Weitere Filme geplant


Zu dieser Zeit reist der britische Zauberer Newt Scamander (Eddie Redmayne) nach Amerika. Samt verzaubertem Koffer voller magischer Kreaturen. Nicht lange in New York, vertauscht Scamander versehentlich sein Gepäck mit dem des Nichtmagiers Jacob Kowalski (Dan Fogler). Magische Kreaturen entschlüpfen. Scamander macht sich auf, um sie wieder einzufangen. Er trifft auf die amerikanischen Hexenschwestern Porpentina (Katherine Waterston) und Queenie (Alison Sudol) sowie Auror Percival Graves (Colin Farell). Alle Darsteller spielen gut. Der zweifach Oscar-nominierte Redmayne und Fogler überzeugen besonders. Den Figuren fehlt es aber insgesamt an Tiefe. Kein Vergleich zu Dumbledore, Lord Voldemort, Hagrid, Hermine, Ron und Co.

Trotzdem ist es ein guter Film geworden. Weil "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" nur der Auftakt ist. Er muss als Grundlage für weitere geplante Filme aus der Reihe gesehen werden. Und weil es schlicht gutes Kino ist. New York als Kulisse ist ein Fest für die Augen. Egal, ob gerade die Skyline der 1920er Jahre oder die Public Library eingefangen werden.

Außerdem fallen Anspielungen auf. Mit Feuerleitern übersäte Häuserblocks und davor geschäftiges Treiben - die Aufnahmen erinnern an Szenen aus "Der Pate". Als Scamander und Kowalski einen Jazz-Club betreten, schießen einem sofort Assoziationen zu "Star Wars" in den Kopf. Am Mikrofon singt eine Frau mit einer Nase wie ein Eispickel und Ohren wie Mr. Spock. Hinter der Theke lässt ein Hauself Schnapsflaschen zu den Gästen fliegen. Ein Riese kippt einen Drink hinunter.

Und die Tierwesen? Sie sind so magisch, wie sie in der Buchvorlage von Joanne K. Rowling beschrieben werden. Beispielsweise der Niffler, der aussieht wie eine Kreuzung aus Maulwurf und Schnabeltier: "Dieses flaumige, schwarze Wühltier mit der langen Schnauze hat eine Vorliebe für alles, was glänzt und glitzert." Tatsächlich jagt der Niffler in New York allen Goldmünzen und Diamanten hinterher.

Teil 2 spielt in Paris


"Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" ist aber längst nicht so kindlich, wie die ersten Harry-Potter-Filme. Allerdings auch nicht ganz so düster wie die finalen Teile. Regisseur David Yates hat eine gute Balance gefunden. Aus der 62-seitigen Buchvorlage einen über zweistündigen Film zu gestalten, ist Joanne K. Rowling zuzuschreiben. Vor 15 Jahren veröffentlichte die Schriftstellerin das Werk unter dem Pseudonym Newt Scamander - im Film nun die Hauptfigur. Das Debüt als Drehbuchschreiberin ist geglückt. Vier Fortsetzungen eingetütet. Also erzählt die Britin auch in den kommenden Jahren Geschichten aus ihrem Magier-Universum.

Regisseur Yates verriet, dass der nächste Teil, der 2018 in die Kinos kommt, in Paris spielt. Die Fortsetzung hat dann auch mehr Parallelen zu den Harry-Potter-Geschichten. Johnny Depp hatte bereits einen kurzen Auftritt in "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind". Als Gellert Grindelwald, der einst in einem Duell Albus Dumbledore gegenübertrat.

Regie: Davied Yates - Mit: Eddie Redmayne, Katherine Waterston, Dan Fogler, Collin Farrell - Musik: James Newton Howard - 123 Minuten - frei ab sechs Jahren - www.fantasticbeasts.com
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