Pressath: Pfarrer Ludwig Bock von der Pfarrgemeinde St.Georg verstorben
Seelsorger und Baumeister

Ruhestandspfarrer Ludwig Bock ist am Ostermontag überraschend verstorben. Bild: is

Die Pfarrgemeinde St. Georg und die Stadt Pressath trauern um den langjährigen Stadtpfarrer und Ehrenbürger Ludwig Bock. Als sein Nachfolger Edmund Prechtl am Ostermontag die Messe mit der Nachricht von dessen plötzlichem Tod beendete, saß der Schock bei den Kirchenbesuchern tief.

Pressath. (is) Nur wenige Minuten vor Beginn des Gottesdienstes war der Ruhestandspfarrer im Seniorenheim St. Josef tot aufgefunden worden. Ludwig Bock wirkte von 1976 an mehr als 36 Jahre lang als Seelsorger in der Haidenaabstadt.

Aufgrund seiner herausragenden Verdienste ernannte ihn die Stadt anlässlich seines 60. Geburtstags im Jahr 1990 zum Ehrenbürger. "Wenn der Mensch sich etwas vornimmt, so ist ihm mehr möglich, als man glaubt": Dies hat Ludwig Bock in seiner Amtszeit als Pressather Stadtpfarrer immer wieder bewiesen.

Studium in Regensburg

Bock, ein gebürtiger Weidener, hatte am 7. Juni 1930 das Licht der Welt erblickt. Schon kurz nach seiner Geburt zog die Familie nach Schirmitz. Mit zehn Jahren trat Ludwig Bock in das Humanistische Gymnasium in Weiden ein, an dem er 1949 das Abitur machte. Danach studierte er an der damaligen Philosophisch-Theologischen Hochschule in Regensburg. Es folgte am 29. Juni 1955 die Priesterweihe durch den damaligen Erzbischof Dr. Michael Buchberger im Dom zu Regensburg. Seinen Kaplandienst leistete Bock im Kloster Ettmannsdorf in Schwandorf und in Sulzbach-Rosenberg.

Geselliger Mensch

Als Pfarrer wirkte er in Kaltenbrunn, ehe er nach Pressath kam. Drei gebürtige Pressather haben, sagte Ludwig Bock einmal, sein Leben entscheidend mitgeprägt: der Schirmitzer Pfarrer Johann Baptist Schwindl, Lehrerin Theresia Merkl und Müllergeselle Schäffler.

Neben seiner Tätigkeit als Seelsorger war der Geistliche in der Stadt an der Haidenaab auch ein grandioser Baumeister, der sehr gern die Gesellschaft seiner "Schäfchen" suchte. Die Renovierung des Pfarrhofes fiel ebenso in seine Zeit wie die Sanierung der Kapelle in Weihersberg, die Umgestaltung des Schwesternheimes an der Erbendorfer Straße sowie der Um- und Anbau des Kindergartens und des Seniorenheimes.

Ein Anliegen war ihm auch die Sanierung der Friedhofskirche und die Erweiterung des Gottesackers. Der Stadtpfarrer gab bei den Arbeiten aber nicht nur den Ton an und das Geld aus, nein, er zog den Blaumann an und packte immer wieder selbst mit an. Seine letzte große Maßnahme war der Aus- und Anbau des Pfarrsaales. Dieses Ziel verfolgte er mit großem Nachdruck - und nach zähen Verhandlungen mit der Diözese wurde auch dieses Projekt in Angriff genommen.

Straße mit seinem Namen

Ludwig Bock war ein sehr vitaler Geistlicher, der es verstanden hat, die Menschen zu motivieren. Sein großes Hobby war es, in den Archiven der Pfarrei zu stöbern und den Gläubigen die Geschichte der Stadtpfarrkirche zu erläutern. Durch seinen Tod ist sowohl die Pfarrei St. Georg wie auch die politische Gemeinde ein Stück ärmer geworden. Schon vor Jahren hat die Stadt ihrem langjährigen Seelsorger mit einer nach ihm genannten Straße ein Denkmal gesetzt.

Im Juni hätte Bock auf 85 Lebensjahre zurückblicken können. Bereits vorgemerkt war im Kalender der Pfarrei der 19. Juli: Am Tag des Pfarrfestes wäre zudem sein 60. Priesterjubiläum gefeiert worden. Die Aussegnung beginnt heute, Dienstag, um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche.
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