Quartett "Opus 4" begeistert in Waldsassen in der Klosteraula der Abtei - Auftritt als "Bremer ...
Humor und Können auf Posaunen

Als "Bremer Stadtmusikanten" zeigt das "Opus 4"-Quartett auch seine humoristische Seite. Bild: Zeigler
Waldsassen.Einen heiteren unterhaltsamen Abend beschert der Waldsassener Kammermusikkreis den zahlreich erschienen Zuhörern in der Klosteraula der Abtei. Zu Gast ist "Opus 4", das Posaunenquartett des Gewandhausorchesters zu Leipzig. Die vier Bläser (Jörg Richter, Alt-, Tenorposaune, Dirk Lehmann und Stephan Meiner, Tenorposaunen, Hans-Martin Schlegl, Bassposaune) zeigen in ihrem Programm großes Können auf ihren Instrumenten und eine große Portion Humor. Jörg Richter führt schelmisch durch das Programm.

Ruhe vor dem Sturm

Dass sie auch ernst sein können, zeigen sie mit dem Gloria-1641 von Claudio Monteverdi: Es besticht mit raschen Läufen, sanften und kräftigen Akkorden. Nach dem andächtigen Schluss wagt keiner zu klatschen. Das wird jedoch ausgiebig im weiteren Verlauf getan.

Bei "Alexander's Ragtime Band" von Irving Berlin klatschen die Zuhörer den Takt mit und so mancher Fuß wippt zu den Melodien. Zwei Bearbeitungen von Daniel Sutton über die "West Side Story" nach Leonard Bernstein und "An American in Paris" von George Gershwin lassen bekannte Melodien erklingen, verarbeitet zu anspruchsvollen Medleys, die von den Bläsern sowohl rhythmische als auch spieltechnische Höchstleistungen abverlangen.

Es wird mit verschiedensten Dämpfern gearbeitet, unter anderem kommt auch der berühmte "Pümpel" zum Einsatz, um besondere Klangfarben zu erzeugen. "Minstrel Show" von Philip Greeley Clapp wird abwechslungsreich gestaltet, die Melodie springt munter zwischen den Posaunen hin und her. Auch "March of A Marionette" (eigentlich "Funeral March of A Marionette") von Charles Gounod passt hervorragend in das Programm. Spritziges Staccato in marschierenden Achteln lassen die Marionette vor dem inneren Auge erscheinen, die alles andere als traurig wirkt. Bassposaunist Hans-Martin Schlegl zeigt in "The Octopus" von Milton Dieterich sein Können auf dem Instrument. Mit einem großen Solo und besticht er durch heiteres Spiel und virtuose Technik.

Maske auf und los

Der humoristische Höhepunkt ist aber zweifellos "Die "Bremer Stadtmusikanten" von Jan Koetsier, ein musikalisches Märchen für Kinder und Erwachsene. Die Musiker setzen sich Masken von Esel, Hund, Katze und Hahn auf und begleiten den Märchentext, den Jörg Richter liest und der auch mit verteilten Rollen gesprochen wird, mit ausgefeilten Zwischenspielen. Nach "A Portrait" von George Gershwin lassen sich die Posaunisten von nicht enden wollendem Beifall gern noch zu drei Zugaben überreden.
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