Quintett "Vierpluseins" begeistert bei der VHS-Kammermusikreihe - "Five Easy Dances" ...
Vier Frauen, ein Mann und ganz viel Rhythmus

Das Quintett "Vierpluseins" spielt beim Konzert der Kammermusikreihe der VHS mit solchem Elan und perfektem Rhythmusgefühl, dass nach jedem Tanz ein Raunen durch den Saal geht. Bild: Sebald
Sulzbach-Rosenberg.Vier plus eins, vier Holzbläser und das Horn, das ist die klassische Besetzung des Bläserquintetts. Vier Frauen und ein Mann, das ist die Besetzung des Bläserquintetts "Vierpluseins", das bei der Kammermusikreihe der VHS ein großartiges Konzert in der Sulzbach-Rosenberger Berufsschule gibt.

Präzises Zusammenspiel

"Vierpluseins" eröffnen das Konzert mit der Ouvertüre zu "Die Hochzeit des Figaro" von Wolfgang Amadeus Mozart, arrangiert von dem zeitgenössischen amerikanischen Komponisten Bill Holcombe. Holcombe lässt den Klang des Mozart'schen Streichorchesters von Horn, Klarinette und Fagott übernehmen - und das funktioniert erstaunlich gut.

Das Ensemble begeistert durch das präzise Zusammenspiel auch bei schnellsten Läufen und die Beweglichkeit insbesondere der Flöte von Wolfgang Auer und der Oboe von Christine Leipold. Ein Schwerpunkt des Programms sind Tänze der ungarischen Komponisten Ferenc Farkas und Denes Agay sowie von Antonín Dvorák in einer Bearbeitung des Klarinettisten Ulf-Guido Schäfer. Das Tänzerische liegt "Vierpluseins" offensichtlich: Die "Five Easy Dances" von Agay spielt das Quintett mit solchem Elan und perfektem Rhythmusgefühl, dass nach jedem Tanz ein Raunen durch das Publikum geht. Obwohl die chromatischen Melodien und die teilweise atonalen Harmonien durchaus anspruchsvoll sind, ist dieses Stück der Publikumsrenner.

Farkas war auch ein erfolgreicher Filmkomponist, was man seinen "Ungarischen Tänzen des 17. Jahrhunderts" durchaus anmerkt. Die Musiker zeigen in rascher Folge ein ganzes Spektrum von unterschiedlichen Musikstilen, vom mittelalterlichen Klangbild bis zum Jazz. Hier kann die Klarinette von Stefanie Brunner mit einem wunderschönen Solo begeistern. Dvoráks "Slawische Tänze" zeichnen sich durch sehr rasche Tempowechsel aus, die das Ensemble makellos beherrscht. Auch kann Mirjam Alards durch den warmen Klang ihres Horns überzeugen, wenngleich sie beim "Allegretto Scherzando" zeitweise die übrigen Mitspieler etwas zu erdrücken scheint.

Eine der ältesten Originalkompositionen für Bläserquintett ist das "Bläserquintett nach Mozarts Violinsonaten KV304, 306 und 379" von Martin-Joseph Mengal. Der Komponist wurde noch zu Lebzeiten Mozarts geboren und hat wesentlich dazu beigetragen, die Blasmusik von der Straße in den Konzertsaal zu bringen. Auch hier überzeugt "Vierpluseins" mit perfektem Zusammenspiel, insbesondere bei den sauberen Unisono-Partien. Angelica Zimmerle präsentiert im "Menuetto Allegretto" den wunderschönen Fagottklang auch in der Melodiestimme.

Samba, Soli, Schluss

Das begeisterte Publikum erklatscht sich als Zugabe einen weiteren Tanz: "Tico tico no fubá", eine Samba des brasilianischen Komponisten Zequinha de Abreu, dessen Arrangement virtuose Soli und anspruchsvolle Rhythmen und vor allem einen originellen Schluss bietet, der die Zuhörer mit einem Lächeln in den Abend entlässt.
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