Räsonanz-Stifterkonzert in München experimentiert mit den Werken zeitgenössischer Komponisten
Neues, Ungewöhnliches, Überraschendes

Die Flügel im Halbkreis angeordnet präsentiert das Räsonanz-Stifterkonzert zeitgenössische Musik in München. Bild: Loos

München. Auf der Bühne sechs Flügel. Im Halbkreis platziert. Wohltemperiert klingt nur einer, die anderen eher unterkühlt und schräg. Dennoch lassen Pianisten und Orchester das Publikum abtauchen in ungewöhnliche klangliche Welten.

Minutenlangen Applaus gibt es nach dem ersten "Räsonanz"-Stifterkonzert - initiiert von der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung und veranstaltet vom Bayerischen Rundfunk. Im Prinzregententheater musizieren unter Leitung von George Benjamin das SWR-Symphonieorchester Baden-Baden und Freiburg sowie das SWR Vokalensemble Stuttgart. Auf dem Programm steht ausschließlich zeitgenössische Musik. Wer sich gerne einlässt auf das Neue, Ungewöhnliche und Überraschende, der wird den Abend als besonderes Erlebnis in Erinnerung behalten.

Unerhörte Klangfarben


Vor allem das Stück "limited approximations" von Georg Friedrich Haas (*1953) zum Abschluss: Es bezieht die Zuhörer ein in bisher unerhörte klangfarbliche Prozesse. Denn in den Klavieren sind unterschiedliche Stimmungen verankert. Fünf der sechs Flügel sind im Zwölfteltonabstand gestimmt - dem sechsten Teil eines Halbtons. Damit lassen sich zusammen mit dem Orchester Sequenzen erzeugen, die sonst eher von elektronischen Instrumenten erwartet werden. George Benjamin (*1960) eröffnet den Abend mit einem eigenen Werk: "Ringed by the Flat Horizon" hat der britische Komponist mit 20 geschrieben - inspiriert unter anderem von einer Fotografie, die ein gewaltiges Gewitter zeigt. An zuckende Blitze und an rollende Donner mögen auch die Zuhörer während des Stücks denken.

Den richtigen Ton finden


Die Werke von Györty Ligeti (1923- 2006) und Pierre Boulez (1925-2016) sind für das SWR-Vokalensemble eine Herausforderung. Das gilt für den zwölfstimmigen Frauenchor in Ligetis "Clocks and Clouds" genauso wie für die 16 Solisten in Boulez' "Cummings ist der Dichter": Während der Stücke halten die Vokalisten immer wieder Stimmgabeln ans Ohr. Damit finden sie den richtigen Ton für den nächsten Einsatz. Eine Aufzeichnung des "Räsonanz"-Konzerts wird am Dienstag, 8. März, um 20.03 Uhr im Radio auf BR-Klassik gesendet.
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