Reaktionen

Heiner Riepl, langjähriger Leiter des Oberpfälzer Künstlerhauses in Schwandorf: "Wir haben im Künstlerhaus das Schaffen von Karl Aichinger zu seinem 60. Geburtstag im Jahr 2011 mit einer großen Ausstellung gewürdigt. Er war einer meiner besten Freunde und wir haben, auch kurz vor seinem Tod, immer sehr intensive Gespräche gehabt. Bei der Besprechung lud er mich ein, mit ihm Originalaufnahmen von Max Reger anzuhören. Diese Musik baute ihn unwahrscheinlich auf. Max Reger war für mich der Aichinger!"

Wolfgang Herzer, Kunstverein Weiden: "Karl Aichingers Tod schmerzt mich, dass sein "Halleluja"-Gruß nicht mehr gehört werden kann, ist für mich auch das End-Zeichen einer Ära. Karl verkörperte kompromisslos wie wenige ein Kunstwollen aus dem Trotzdem, das nach meinem Empfinden ganz spezifisch für diese raue Region am Eisernen Vorhang war. Da war soviel Empfindsamkeit und Begeisterungsfähigkeit, die nach außen wollte, darin fühlte ich mich mit ihm verbunden.

Sein Glaube an die Kunst, der ihn schützte und mit dem er sich auch verletzbar machte, brachte er in unverwechselbaren Bildern zum Ausdruck, ebenso in einem Auftreten, durch das er schon fast eine Institution war. Das hat vielleicht nicht immer allen gefallen, mir hat es sehr gefallen, das bleibt eine gute Erinnerung. "

Kurt Seibert, langjähriger Leiter der Weidener Max-Reger-Tage: "Ich schätzte an ihm seine geistige und damit auch künstlerische Eigenständigkeit. Diese Authentizität bewahrte er auch dann, wenn ihm eine Anpassung an herrschende Meinungen, Moden und auch gesellschaftliche Spielregeln Vorteile versprochen hätte. Selbst komplizierte philosophische Fragestellungen wurden mit ihm in Oberpfälzer Mundart erörtert, die er wie heutzutage nur noch wenige als Umgangssprache benutzte!

Er arbeitete in vielen Bereichen der bildenden Kunst, hauptsächlich als Maler, aber auch als Steinmetz, Bronzegießer und Designer. Seine Liebe gehörte aber auch der Musik, sowohl als Musiker wie auch als Hörer. Er war ein sensibler, aufmerksamer und vor allem unbeeinflussbarer Zuhörer, der alles Oberflächliche schonungslos entlarvte. Ich schätzte ihn als meinen wichtigsten Berater und Kritiker."

Jürgen Huber, Künstler: "Auch wenn es pathetisch klingen mag und wir Oberpfälzer solche Worte über einen von uns gern als übertrieben empfinden: Karl Aichinger war ein ganz Großer. Ein herausragender Künstler und ein außergewöhnlicher Mensch. Ein Artist von Rang, autonom bis fast zur Isolation, eigenständig bis fast zur Einsamkeit, dabei gewitzt und quicklebendig bis fast zur überbordenden Männlichkeit sogar. Unerschütterlich über all die Jahre kämpfend um die Kunst und abtuend, wenn es um ihn selbst ging. Er war nicht irgend eine Schachfigur, er erfand die Figuren und bewegte sie. Mich hat er immer sehr bewegt."
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