Rektor Christian Kauschinger erläutert, was Kinder zum Schulstart können sollten
Für die Schule schulen

Über Faktoren, die die Schulfähigkeit eines Kindes bestimmen, referierte Rektor Christian Kauschinger aus Weiden beim Elternabend im Kindergarten. Die Einschulung sei ein großes Ereignis für ein Kind, machte auch Leiterin Elvira Brand deutlich. Bild: rn

Ein Kind, ein Apfel, ein Gulden - und die Frage: Wofür entscheidest du dich? So sieht der "Gulden-Apfel-Test" aus dem 16. Jahrhundert aus. Und er ist heute noch aktuell. "Das Kind muss erkennen, dass Geld mehr wert ist", forderte Rektor Christian Kauschinger bei einem Informations- und Gesprächsabend für Eltern künftiger Erstklässler.

"Ist mein Kind schulfähig?" und "Wie kann ich mein Kind vorbereiten?": Mit diesen Fragen beschäftigte sich Christian Kauschinger, Rektor der Hans-Sauer-Grundschule Weiden, in seinem Vortrag. Eingeladen zu dem öffentlichen Elternabend im Zuge der Erwachsenenbildung hatten der Kindergarten und dessen Elternbeirat.

Leiterin Elvira Brand sprach von einem großen Schritt im Leben eines Kindes, wenn die Einschulung ansteht. Die Eltern sollten sich daher Gedanken darüber machen, was ihr Nachwuchs beim Start ins Schulleben schon können sollte.

Christian Kauschinger befasste sich mit den Bestimmungsfaktoren des Schulanfangs und sprach Familie und Freunden großen Einfluss zu. Dem Kindergarten, in dem das Kind bereits vor Eintritt in die Schule viele Dinge lerne, maß er besonderen Stellenwert bei. Als weitere Faktoren nannte er Lehrer als erste Kontaktpersonen und örtliche Gegebenheiten wie Schulbus oder Fußweg.

Zu den Schulfähigkeitsfaktoren, auf die er intensiv einging, zählte er auch körperliche, kognitive (geistige), motivationale und soziale Lernvoraussetzungen. Dazu gehörten etwa häusliche Anregungen wie tägliches Vorlesen, Frustrationstoleranz, ein positives Selbstbild, Ausdauer, Fleiß und Leistungsmotivation (motivational), Kontaktfähigkeit in der Gruppe und Rücknahme von frühkindlichem Egoismus (sozial) sowie Aufnahme-, Merk-, Denk-, Ausdrucks- und Wiedergabefähigkeit (kognitiv).

Als Schulungsmöglichkeiten dafür empfahl er Männchen-Zeichnen, Abzähl-Aufgaben, Mengenvergleiche und Memory-Spiele. Der Rektor verschwieg der großen Elternrunde nicht, was die Schule von den "Neuen" erwarte. Nicht toll fand er es, wenn die Kinder schon lesen und schreiben können. Es bestehe dann die Gefahr, dass sie "glauben, nicht mehr aufpassen zu müssen". Vorausgesetzt werde unter anderem, dass sie rechts und links unterscheiden können und über Fein- und Grobmotorik verfügen. Kauschinger forderte nicht zuletzt ein gewisses Ausdauerverhalten, etwa hinsichtlich der Konzentration.

Abschließend gab er den Eltern zahlreiche Tipps mit auf den Weg: das Kind an geregelte Essens- und Schlafzeiten gewöhnen, für abwechslungsreiche und gesunde Kost sorgen, maßvollen und sinnvollen Medienkonsum gewähren, keine zu hohen Anforderungen und Erwartungen an das Kind stellen und keine Angst vor der Schule machen.
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