Ryan Reynolds spielt Anti-Superheld
"Deadpool" startet im Kino

Ryan Reynolds spielt einen bissigen und knallharten "Deadpool". Er verpasst dabei nicht nur anderen Superhelden Seitenhiebe, sondern verschont sich selbst auch nicht. Reynolds witzelt etwa über seinen unschönen Superhelden-Anzug, den er als "Green Lantern" trug. Bild: 20th Century Fox/dpa

Mehr Blut, mehr Witz: Mit "Deadpool" kommt eine unterhaltsame, nicht-jugendfreie Marvel-Comicverfilmung ins Kino - mit einem herrlich selbstironischen Ryan Reynolds.

München. "Überraschung: Das ist ne andere Superhelden-Geschichte." Besser als von Marvel-Antiheld Deadpool selbst ist der Film, der in die deutschen Kinos kommt, wohl nicht zusammenzufassen. Mit eher bunt geratenen Filmen über die "Avengers", "Iron Man", "Thor" oder die "Fantastischen Vier" hat "Deadpool" rein gar nichts zu tun. Die Geschichte ist deutlich düsterer und blutiger - und sehr viel witziger.

Dabei beginnt sie mit einer Schreckensnachricht, an der nichts lustig ist: Ex-Soldat Wade Wilson (Ryan Reynolds), der sich als Söldner in einer zwielichtigen Organisation seinen Lebensunterhalt verdient, hat Krebs im Endstadium. Da ist nichts zu machen. Und das ausgerechnet, als er mit Vanessa (Morena Baccarin) seine große Liebe gefunden und ihr einen Heiratsantrag gemacht hat.

Unverwundbares Wesen


Um ihr schmerzhafte Monate an der Seite eines todkranken Krebspatienten zu ersparen, begibt er sich in die Hände des skrupellosen Ajax (Ed Skrein), der verspricht, einen Superhelden aus ihm zu machen. Wades einzige Sorge: "Ich will nicht, dass der Superhelden-Anzug grün ist - oder animiert."

Einen grünen Anzug muss Schauspieler Reynolds ja schließlich schon als grüne Laterne in "Green Lantern" tragen - eine klare Anspielung auf den gefloppten Superheldenfilm aus dem Jahr 2011. Doch Ajax macht aus ihm in grauenvollen Folter-Experimenten, die der Film bis ins schrecklichste Detail auskostet, ein unverwundbares Wesen - und (zumindest optisch) ein Monster.

Weil Ajax versucht, ihn zu seinem "Supersklaven" zu machen, wird er zu Wades Erzfeind. Und als sich herausstellt, dass der auch noch hinter Wades Freundin Vanessa her ist, wird Wade zu Deadpool, zum Superhelden wider Willen: "Ich wollte nicht super sein, und ich bin kein Held. Aber wenn Du mitkriegst, dass dein schlimmster Feind hinter deinem Mädchen her ist, ist es höchste Zeit, ein Scheiß-Superheld zu sein."

Was folgt, ist eine blutige Verbrecherjagd, an der auch Quentin Tarantino seine Freude haben dürfte. Wo herkömmliche Superhelden-Geschichten gnädige Film-Schnitte setzen, hält die Kamera in "Deadpool" genüsslich drauf. Blut spritzt, Gehirnmasse klatscht zu Boden, Gliedmaßen fliegen. Und nebenbei hat "Deadpool" auch noch Zeit, sich gegen die Anwerbungsversuche der "X-Men" Colossus und seiner Praktikantin Negasonic Teenage Warhead (auf den Superhelden-Namen ist Deadpool sehr neidisch) zu wehren.

Mit Seitenhieben gespickt


Der Film von Regisseur Tim Miller ist ein sehr unterhaltsamer, mit Seitenhieben auf die "X-Men", Reynolds selbst und seine Kollegen wie Hugh Jackman (er spielt Wolverine in der "X-Men"-Reihe) gespickter Marvel-Comic für Erwachsene geworden.

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Regie: Tim Miller - Mit Ryan Reynolds, Morena Baccarin, Ed Skrein - Musik: Junkie XL - 104 Minuten - frei ab 16 Jahren - Im Internet: www.deadpool-derfilm.de

"Spider-Man", "Hulk" und Co.Captain America, Hulk oder Spiderman sind allesamt Superhelden aus den Comics des amerikanischen Verlags Marvel. Einige dieser Figuren bekamen auch Kinofilme - so wie nun "Deadpool". Eine Auswahl:

"Spider-Man" (2002), "Spider-Man 2" (2004), "Spider-Man 3" (2007), "The Amazing Spider-Man" (2012), "The Amazing Spider-Man 2" (2014): Nach einem Spinnenbiss entwickelt Peter Parker unglaubliche Kräfte und Fähigkeiten. Hauptdarsteller in den ersten drei Filmen ist Tobey Maguire, in den Neuauflagen "The Amazing Spider-Man" Teil eins und zwei spielt Andrew Garfield die Hauptrolle.

"Blade" (1998), "Blade II" (2002), "Blade: Trinity" (2004): Der Held - halb Mensch, halb Vampir - kämpft gegen die Mächte der Finsternis. Die Hauptrolle spielt Wesley Snipes.

"Hulk" (2003/Hauptrolle Eric Bana), "Der unglaubliche Hulk" (2008/Hauptrolle Edward Norton): Nachdem er elektromagnetische Gammastrahlen abbekommen hat, verwandelt sich der Wissenschaftler Bruce Banner in ein grünes Monster, wenn er in Rage gerät.

"Iron Man" (2008), "Iron Man 2" (2010), "Iron Man 3" (2013): Der Industrielle und Erfinder Tony Stark wird in einer High-Tech-Rüstung zum Superhelden. Die Hauptrolle spielt Robert Downey Jr.

"The Avengers" ("Die Rächer"/2012): Die Superhelden Captain America (Chris Evans), Thor (Chris Hemsworth), Hulk (Mark Ruffalo), Iron Man (Robert Downey Jr.), Hawkeye (Jeremy Renner) und Black Widow (Scarlett Johansson) machen gemeinsame Sache, um die Welt vor der Zerstörung zu retten. Ein Jahr zuvor hatte Captain America mit "Captain America: The First Avenger" seinen ersten eigenen Kinofilm bekommen. Im Frühjahr dieses Jahres taten sich die Helden in "Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron" erneut gegen das Böse zusammen. (dpa)
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