Schauspieler und Regisseur Robert Redford feiert Geburtstag
"In Europa wurde ich erwachsen"

Robert Redford ist ein gefeierter Schauspieler und Regisseur. Am Donnerstag feiert er seinen 80. Geburtstag. Bild: dpa

Robert Redford ist ein Star, der zu Hollywood stets Distanz gewahrt hat. Das Älterwerden sieht er nüchtern: "Da müssen wir alle durch." Als nächstes ist er als Geschichten erzählender Holzschnitzer in "Elliot, der Drache" zu sehen. Am Donnerstag feiert er seinen 80. Geburtstag.

Frankfurt. Schauspielstar und Erfolgsregisseur - aber frei von den üblichen Hollywood-Allüren: Robert Redford ist ein Mann mit Bodenhaftung. Wenn er am Donnerstag, 18. August, 80 Jahre alt wird, kann er auf eine intensive Karriere zurückblicken, nicht nur im Film. Der liberale Demokrat Redford ist auch politisch engagiert, setzt sich für Umweltschutz und ethnische Minderheiten ein, fördert unabhängige Filmemacher. Blond, blauäugig, mit manchmal skeptischem Lächeln und jungenhaftem Charme galt er lange Zeit als Frauenschwarm, als Sexsymbol. Das störte ihn. Er habe sich wie in einem Käfig gefühlt, sagte er einmal.

Bescheidene Verhältnisse


1936 im kalifornischen Santa Monica geboren, wuchs Robert Redford in bescheidenen Verhältnissen auf. Der frühe Tod der Mutter 1955 warf ihn aus der Bahn, Alkohol kostete ihn das Uni-Stipendium. Er jobbte auf Ölfeldern und ging mit 19 nach Europa: "Ich war zwar stolz, Amerikaner zu sein, aber ich wollte mehr über den Rest der Welt erfahren."

Per Anhalter erkundet er Länder wie Deutschland und Frankreich, studiert Kunst, versucht sich als Straßenmaler. Begierig saugt er die neuen Eindrücke auf, entwickelt eine Offenheit und Neugier, die ihn bis heute begleitet, wie er beschreibt. "In Europa wurde ich erwachsen", sagte Redford jüngst der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Mit 22 zurück in den USA beginnt er mit der Schauspielerei, spielt am Theater. Die Verfilmung des Neil-Simon-Stücks "Barfuß im Park" macht ihn 1967 bekannt: eine Beziehungskomödie mit Jane Fonda als Redfords quirlige Ehefrau. Zwei Jahre später bringt ihm der Western "Zwei Banditen" mit Paul Newman den Durchbruch, er spielt den Ganoven Sundance Kid. 1973 begeistert das Duo Newman-Redford in "Der Clou" erneut das Publikum - als raffinierte Trickbetrüger, die aus Rache einen Mafiaboss um viel Geld bringen.

Erfolgreiche 70er Jahre


Die beste Zeit seiner Karriere seien die 70er Jahre gewesen, sagte Robert Redford im "F.A.S"-Interview: "Weil ich einerseits als Schauspieler gut zu tun hatte und auf der anderen Seite Filme unterstützen konnte, die mir wirklich am Herzen lagen." Das waren Werke wie "Bill McKay - Der Kandidat" (1972), die Geschichte eines liberalen Anwalts, der in die Politik geht und rasch seine Illusionen verliert. Oder "Jeremiah Johnson" (1972) mit Redford als zivilisationsmüdem Trapper. Regie führte Sydney Pollack, für den er mehrfach vor der Kamera stand.

In Brian De Palmas legendärem Film "Die Unbestechlichen" (1976) schließlich deckt er mit Dustin Hoffman den Watergate-Skandal auf, der die Ära Nixon beendete. Eine ähnliche Rolle hat er 40 Jahre später in "Der Moment der Wahrheit" (2015). Es ist die Geschichte eines Medienskandals: Redford ist ein TV-Journalist, der sich eine Enthüllungsstory über George W. Bush ausgedacht haben soll und darüber seinen Job verliert. 1978 gründet Redford das "Sundance Filminstitut" und das "Sundance Festival" für unabhängige Filmproduktionen. Das Festival wird zu einem Sprungbrett für junge Talente wie Steven Soderbergh ("Sex, Lügen und Video").

Und 1980 erprobt der Schauspieler sich erstmals selbst als Regisseur, auf Anhieb mit Erfolg. Sein Debüt "Eine ganz normale Familie" handelt von den tragischen Folgen, die der Unfalltod eines Sohnes für dessen Eltern und Bruder hat. Es wird 1981 mit zwei Oscars ausgezeichnet: für die beste Regie und für den besten Film. "Ich glaube, wenn ich mit meinen Filmen nichts erreichen wollte, hätte ich gar nicht die Energie, sie überhaupt anzufangen", hat er einmal über seine Regiearbeit gesagt. Zum Beispiel beim Film "Der Pferdeflüsterer" aus dem Jahr 1998, in dem er auch selbst mitspielt: Redford wollte ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier beschreiben.

Liebe für Geschichten


Ihn reizt es, Geschichten auf seine eigene Weise zu erzählen, wie er beschreibt. "Aber die Regiearbeit ist eine aufreibende Sache, die mich oft mehr als ein Jahr meines Lebens gekostet hat." Deshalb sei er heute nur noch als Schauspieler aktiv. Sein nächster Film "Elliot, der Drache" startet Ende August in den deutschen Kinos, Redford spielt einen alten Holzschnitzer, der mit Vorliebe Geschichten erzählt.

In Hollywood arbeiten und doch Distanz wahren, sich vom Glamour nicht vereinnahmen lassen, das ist ihm gelungen. Mit seiner ersten Frau Lola van Wagenen bekam er vier Kinder, sein ältester Sohn starb im Alter von wenigen Monaten. Heute ist Redford mehrfacher Großvater und lebt mit seiner zweiten Frau, der Hamburger Malerin Sibylle Szaggars, auf einer Ranch im Bundesstaat Utah. Sie heirateten 2009 in der Hansestadt, gefeiert wurde im Hotel Louis C. Jacob an der Elbe. Das Älterwerden sieht der Star nüchtern: "Da müssen wir alle durch. Aber mit dem Alter wächst auch die Erfahrung." In seinem Gesicht spiegeln sich Erfahrungen wider - wacher Blick und Lebensfalten.

Er hat nach eigenen Angaben weder ein Smartphone noch einen Computer. Den Thrill holt er sich am Steuer deutscher Sportwagen. "Ich fahre seit 50 Jahren Porsche."
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