Schlüter-Treffen für 2015 in Etzenricht geplant
Schlüter-Traktoren immer noch Kult

Die Traktoren mit dem Markenzeichen Schlüter versetzen die Clubmitglieder auch nach über zwei Jahrzehnten nach der Schließung des Werkes ins Schwärmen. 2015 soll es deshalb wieder ein großes Treffen geben.

Etzenricht.(war) "Man sieht, welchen Stellenwert diese technischen Kultobjekte immer noch haben", folgerte der alte und neue Vorsitzende der Oberpfälzer Schlüterfreunde Martin Görl aus der Resonanz mit etwa 1000 Gästen auf das vor drei Jahren in Etzenricht abgehaltene "Schlüter-Treffen". Nach der Neuwahl des Vorstands liegt der Fokus der Mitglieder auf der Neuauflage, die 2015 in der Region stattfinden soll.

Weiter drei Jahre im Amt

Die Neuwahl verlief zügig, die Kandidaten gingen ohne Gegenstimmen durch. Vorsitzender bleibt Martin Görl aus Ullersricht, bei ihm laufen die Fäden zusammen. Sein Stellvertreter heißt Christian Beutner, für die Kassengeschäfte zeichnet Silvia Miedaner verantwortlich, den Schriftverkehr erledigt Kerstin Gerstmann, und die Crew der Beisitzer besteht aus Gerhard Striegl, Josef Wenzl und Andreas Market. Die Kasse prüfen die Revisoren Nobert Bergler und Gerhard Striegl. Die zur Diskussion gestellte Variante, die Wahlperiode von drei auf fünf Jahre auszudehnen, wurde von der Versammlung mit breiter Mehrheit abgelehnt.

Bei der Schilderung der Vereinsaktivitäten 2014 rief Görl die Fixtermine wie die gelungene Jahresabschlussfeier, die Filmvorführung oder die Beteiligung am Oldtimer-Treff in Feilersdorf in Erinnerung. Mit 20 Schlüter-Traktoren waren die Oberpfälzer Freunde dabei präsent.

Vorträge von Marken-Experten

Mehr als der Rückblick zogen natürlich die beiden Vorträge von Marken-Experten die Mitglieder in den Bann. Heinz Wiethaler, der ein Jahrzehnt lang bei dem Freisinger Familienunternehmen als Monteur und Kundendienstbetreuer unter Vertrag gestanden war, ging auf die Firmengeschichte über drei Generationen ein, beleuchtete die Forschung und Entwicklung im Unternehmen. "Die Unternehmerfamilie war sozial eingestellt."

Werk musste Produktion einstellen

Bei der Beschreibung von technischen Details der rotlackierten Schlepper-Typen geriet Wiethaler immer wieder in Begeisterung. Die Marke Schlüter sei in punkto Technik immer seiner Zeit voraus gewesen, die verbauten Kippkabinen oder Schiebetüren hätten immer noch ein Alleinstellungsmerkmal. Die Kunden bedauerten, dass das Werk die Produktion einstellen musste. Einziges Manko: "Man hatte vielleicht nicht zum richtigen Zeitpunkt die richtige Modellpolitik entwickelt". So seien die kraftstrotzenden Fabrikate in den 1970er bis1980er Jahren belächelt worden, heute seien hohe PS-Zahlen gang und gäbe.

Bis zuletzt dabei

"Von der Technik, von der Wartungsfreundlichkeit, vom unnachahmlichen Design, vom Hubraum und den PS war Schlüter um 1980 allen Konkurrenten voraus", bestätigte Görl. Der Testfahrer und Mechaniker Martin Weindl sprach von einer Rekordzeit bei der Entwicklung des Eurotrac. Als "Schmankerl" für die Insider erklärte Weindl den Umgang mit dem "legendären" Zehn-Schar-Gassner-Volldrehpflug und dem 320er-Profitrac.

Er war bis zum "bitteren Ende" der Firma dabei, bis der Freistaat das Schlütergut an die Molkerei Weihenstephan veräußerte. Eine Nachfolge konnte nicht realisiert werden.
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