Stuttgart.
Kulturnotizen Land gibt Gemälde an Erben zurück

(dpa) Das Land Baden-Württemberg gibt den Erben von zwei jüdischen Kunsthändlern ein Gemälde aus dem Besitz der Staatsgalerie Stuttgart zurück. Das teilte das Kunstministerium am Montag mit. Nachforschungen zu einem Kunstwerk hätten eine Enteignung von Verfolgten des Nationalsozialismus ergeben. Wohin das Gemälde gehen wird, war zunächst nicht bekannt. Die Anwälte der Erben sitzen laut Ministerium in New York, Dresden und Marburg. "Wir stehen zu unserer historischen Verantwortung, Kulturgüter, die Verfolgten des Naziregimes entzogen worden sind, zu ermitteln und zurückzugeben", sagte Staatssekretär Jürgen Walter (Grüne).

Das Gemälde soll an Erben der jüdischen Kunsthändler Isaac Rosenbaum und Saemy Rosenberg gehen. Die Kunsthandlung Rosenbaum hatte das "Bildnis Pfalzgraf Johann III" (um 1526) den Angaben zufolge 1936 aus der Werkstatt von Hans Wertinger verkauft. Der Erlös wurde von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. Der Wert des Werkes liegt laut Ministerium aktuell bei einem mittleren fünfstelligen Betrag. Die Staatsgalerie beabsichtigt eigener Aussage zufolge nicht, das Gemälde zurückzukaufen. Die Erben von Rosenbaum und Rosenberg hatten 2008 über ihre Anwälte ein Rückgabeersuchen gestellt. Die zuständige Forscherin an der Staatsgalerie hatte den damaligen Vorgang nach Angaben des Ministeriums zweifelsfrei nachweisen können.
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