Tirschenreuth: Leben und Werk des Maurus Fuchs geehrt
Das Erbe eines Tirschenreuther Malers

Wolf-Dieter Hamperl (Zweiter von links) und Fotografin Karin Wilck (Mitte) begaben sich zwei Jahre auf die Spuren des Tirschenreuther Kirchenmalers Maurus Fuchs. Mit Stadtpfarrer Georg Flierl (von links), Tirschenreuths Bürgermeister Franz Stahl und Wolfgang Benkhardt vom Buch- & Kunstverlag stellten sie nun ihr gemeinsames Werk vor. Bild: Grüner

Ohne ihn wären Pracht und Schönheit vieler Oberpfälzer Kirchen nicht denkbar. Doch gerät auch er wie viele seiner Kollegen in Vergessenheit. Der Buch- & Kunstverlag Oberpfalz legt nun gemeinsam mit Wolf-Dieter Hamperl einen Band über Leben und Werk des Maurus Fuchs in Bayern und Böhmen vor.

Tirschenreuth.Zwei Jahre sind sie unterwegs gewesen, Dr. Wolf-Dieter Hamperl und die Weidener Fotografin Karin Wilck, um dem Leben und Werk eines Mannes zu folgen, dessen Spur Hamperl zu Beginn der Neunziger Jahre in einer Dorfkirche im Landkreis Tachau entdeckt hatte.

Initialen und eine Jahreszahl führten ihn zu der Entdeckung des umfangreichen Werkes, das der Tirschenreuther Maler Maurus Fuchs in der nördlichen Oberpfalz, vor allem aber auch in Böhmen hinterlassen hat. Die Entdeckung ließ den langjährigen Vorsitzenden des Heimkreises Tachau nicht ruhen.

Am Montag konnte er im Kapitelsaal des Alten Pfarrhofes in Tirschenreuth einen Band vorlegen, der auf 120 Seiten das Wirken des bedeutenden Malers zusammenfasst. Maurus Fuchs ist gewiss einer der wichtigsten Künstler seiner Epoche, die sich vor allem im Fach der Kirchenkunst hervorgetan haben.

Hamperl nennt gleich auf den ersten Seiten des Buches eine Reihe von Malern der mittleren und nördlichen Oberpfalz, die in zahlreichen Gotteshäusern der Region bedeutende Werke hinterlassen haben: Friedrich Wilhelm Viechtacher, Mathias Götz, Wolfgang Pösl, Joachim Anton und Felix Wild, Laurentius Rabusky, Matthäus Uhl, Anton Hautmann. Sie und etliche andere teilen das Schicksal von Maurus Fuchs: Sie sind vergessen worden. Dabei wäre ohne sie die Pracht und Schönheit vieler Kirchen in der Region nicht denkbar.

Talent geerbt

Schon der Vater von Maurus Fuchs war Maler, ansässig in Tirschenreuth. Er arbeitete in der Wallfahrtskirche St. Anna, in St. Michael in Weiden. Sein bekanntestes Werk ist der Hochaltar in Münchenreuth. An der Herstellung der Deckengemälde war schon Maurus beteiligt. Und es zeigte sich, dass der Sohn besser malen konnte als der Vater, der irgendwo eine besondere Ausbildung genoss.

Fest steht, dass Maurus Fuchs sehr bald einen ganz eigenen Stil entwickelte. Seine Bilder vermitteln pralles Leben in wunderbar gezeichneten Landschaften. Eine Vorliebe hatte Fuchs ohne Frage für eine architektonische Kulisse. Dies wird vor allem an einem seiner bedeutendsten Werke, dem Abendmahl im Kloster Tepl, deutlich. Klassische Monumentalität zeigt sich, auf keinem seiner Bilder dürfen die Messinggefäße fehlen, die den Geschmack der napoleonischen Epoche seinerzeit ausmachten.

Um 1814 wendet sich Fuchs nach Böhmen und nimmt nach ersten Aufträgen in Grenzpfarreien Kontakt zum Kloster Tepl auf, dessen Abt Karl Reitenberger den oberpfälzischen Künstler förderte. Das Kloster wurde zur Heimstatt für Fuchs, der jetzt das Zenit seines Könnens erreicht. Er malt den berühmten Blauen Saal des Konvents aus. Das Refektorium beherbergt sein bedeutendstes Werk, das große Abendmahl.

Einer der Jünger, der einzige, der den Betrachter ansieht, trägt die Züge des Malers, der zu diesem Zeitpunkt 45 Jahre alt ist. Das Porträt zeigt uns einen selbstbewussten jungen Mann, der eigene Ideen ver-wirklichen konnte. Eine dicht zusammengedrängte Tischgemeinschaft in einem großzügigen Raum mit Pilastern, Säulen und Arkaden, die Maurus Fuchs auch als begabten Bühnenmaler ausweisen.

Auf ihrer Reise durch Nordbayern und Böhmen haben der Auto und seine Fotografin nicht weniger als dreißig Plätze entdeckt, an denen Fuchs wirkte. Der Autor hat jedem von ihnen ein eigenes Kapitel gewidmet und damit auch einen kirchengeschichtlich bedeutenden Beitrag geleistet. Von Bärnau bis Wondreb reicht die Liste.

Und jedes Mal offenbart sich dem Betrachter ein weiteres Kleinod der Kirchenkunst. Seiner Heimatstadt Tirschenreuth hinterließ Fuchs ein Abendmahl und vor allem die wunderbare Papierkrippe.

Tiere mit Gesichtern

Die Wiederentdeckung des Maurus Fuchs in der oberpfälzischen Kunstlandschaft zeigt aber auch auf, wie der Zahn der Zeit an den Gemälden, vor allem den wunderbaren Fresken nagt. Nicht alle Bilder sind so schön restauriert wie das Bild des heiligen Wendelin in der Bartholomäuskirche in Hohenthan. Besonders reizvoll sind die wunderbar gemalten Tiere mit ihren dem Betrachter zugewandten menschlichen Gesichtern.

Hamperl versteht diese seine Zusammenfassung des Fuchs'schen Werkes daher auch als Aufforderung zur Restaurierung. Der Grundsatz, dass man nur das wirklich schützen kann, was man kennt, kommt wieder einmal zum Tragen.

Dr. Hamperls Buch ist im Buch- & Kunstverlag Oberpfalz erschienen mit 120 Seiten und über 100 Fotos, die ein besonderer Wegweiser sind in die Kunst des Tirschenreuthers. Das Buch kostet 24,95 Euro. Weitere Details und Informationen unter info@buch-und-kunstverlag.de.
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