Tübingen.
Kulturnotizen Hölderlin-Preis für Herta Müller

(KNA) Hertha Müller (62), Schriftstellerin, erhält den Friedrich-Hölderlin-Preis der Universität und der Stadt Tübingen. Die Literaturnobelpreisträgerin wird für "virtuose Sprachgenauigkeit, Unbestechlichkeit und ihr Gefühl für Fremdheitserfahrungen" geehrt, wie die Hochschule am Montag mitteilte. Auch die "zunehmende Intensitätssteigerung ihrer Lyrik" verbinde Müller mit Hölderlin.

Die Preisverleihung ist für den 11. Dezember in der Universität geplant. Die Laudatio soll der Tübinger Literaturwissenschaftler Jürgen Wertheimer halten. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert und wird seit 1989 alle zwei Jahre verliehen.

Die im rumänischen Banat aufgewachsene Müller hatte 2009 den Nobelpreis für Literatur erhalten. In ihrem Werk thematisiert sie die Folgen der kommunistischen Diktatur in Rumänien. Sie studierte von 1973 bis 1976 in Rumänien deutsche und rumänische Philologie und arbeitete danach als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte, für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Nach Schreib- und Publikationsverbot floh sie 1987 vor der Ceausescu-Diktatur nach Deutschland.

Seit 1995 ist Müller Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zu ihren wichtigsten Werken gehören die Bücher "Der Fuchs war damals schon der Jäger" (1992), "Herztier" (1994), "Hunger und Seide" (1995) sowie "Der König verneigt sich und tötet" (2003). 2014 erschien der Gesprächsband "Mein Vaterland war ein Apfelkern", in dem sie auf ihr Leben zurückblickt. In diesem Jahr veröffentlichte sie den Essayband "Hunger und Seide".
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