TV-Serien gehen in Serie

Altes, neues Gesicht bei RTL: Christian Rach. Der 58-jährige TV-Koch kehrt nach einem glücklosen Gastspiel beim ZDF zu seinem Stammsender zurück. Bild: dpa

"Deutschland 83", die "Stadlshow" und "Club der roten Bänder": Der deutsche Fernsehherbst ist gespickt mit Serien, Quiz-Shows und anderen Unterhaltungssendungen. Zunehmend bringen jedoch auch die Streaming-Anbieter aus dem Netz Bewegung in den Markt.

Neue Serien hat sich das deutsche Fernsehen zum Ziel gesetzt, um der US-Konkurrenz zu trotzen. Ein paar Sender wie RTL II oder Sixx setzen allerdings unbeirrt auf Remakes alter Formate. Nicht zu unterschätzen ist zudem, dass die mobile Nutzung des Netzes zunimmt und Anbieter wie Netflix an Stärke gewinnen. Ein Überblick über die Sender.

ARD: Auf dem Sektor "Show" tut sich etwas: Der "Musikantenstadl" heißt ab 12. September "Stadlshow" und kommt mit Francine Jordi und Alexander Mazza statt Andy Borg auf den Bildschirm. Im späteren Herbst schlägt Jörg Pilawa mit dem neuen Dreiteiler "Spiel für Dein Land" zu - Zuschauer in Deutschland, Österreich und der Schweiz können per App mitraten. Abschied nehmen heißt es vermutlich kurz vor Weihnachten von Günther Jauch, der sich von seinem Polittalk zurückziehen wird. Nächstes Jahr ersetzt ihn Anne Will.

"Die Kanzlei" ist ab 8. September eine neue Anwaltsserie, die die Tradition der Serie "Der Dicke" mit Dieter Pfaff fortführen soll. "Weissensee" kehrt zurück. Neu sind hingegen die Vorabendserien "Huck" mit Patrick von Blume als Privatdetektiv ab 15. September und "Matterns Revier" mit Hansa Czypionka als kauzigen Kriminalkommissar. Ansonsten: Viele neue Filme, unter anderem "Luis Trenker - der schmale Grat der Wahrheit" oder der Terrorthriller "Unterm Radar".

ZDF: Gerade das ZDF lässt noch auf das große Rezept nach dem Ende von "Wetten, dass..?" warten. Zunächst füllen Helene Fischer mit ihrem Konzertabend (5. September) sowie Johannes B. Kerner mit seinem Show-Doppelschlag "Der Quiz-Champion" am 9. und 12. September die Lücken. Sein Format "Das Spiel beginnt" dürfte fortgesetzt werden, ein Fragezeichen steht jedoch hinter "1000 - Wer ist die Nummer 1?" - bei der Premiere im Frühjahr brach ein Kandidat zusammen.

Ehrgeiziges Serienprojekt vom 25. bis 27. September: "Blochin" - über einen Polizisten, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Neu die Besetzung beim Kriminalklassiker "Der Alte", bei dem Stephanie Stumpf als erste Frau in die Ermittlerriege rückt. An deren Spitze steht weiter ein Mann: Jan-Gregor Kremp. Weiteres wichtiges Datum im Zweiten: Der 2. Oktober. An dem Abend erlebt die Literatursendung "Das Literarische Quartett", das einst Marcel Reich-Ranicki populär machte, sein Comeback. Neuer Chef im Ring ist der 45-jährige "Spiegel"-Literaturkritiker Volker Weidermann, unterstützt von Christine Westermann und Maxim Biller.

Arte: Wichtiges neues Projekt beim deutsch-französischen Kultursender ist die zwölfteilige italienische Mafiaserie "Gomorrha", die am 8. Oktober beginnt, vom Schicksal zweier mächtiger Familienclans in Neapel handelt und an Originalschauplätzen gedreht wurde. Zu den vielen Dokumentationen gehören die Beiträge "Steinaltes Daumenkino" über jahrtausendalte Kunst (9. Oktober), "Die Grauen der Shoah" (6. Oktober), dokumentiert von sowjetischen Kameramännern, und "Warren Beatty - Mister Hollywood" (4. Oktober).

RTL: Zentrales Ereignis beim Kölner Privatsender: Die Serie "Deutschland 83", ein Agentendrama in der Zeit des Kalten Krieges angesiedelt. Im US-Fernsehen lief die Produktion bereits. Altes, neues Gesicht bei RTL: Christian Rach. Der 58-jährige TV-Koch kehrt nach einem glücklosen Gastspiel beim ZDF zu seinem Stammsender zurück. In der Reihe "Rach Undercover" (ab 14. September) besucht er Restaurants, die schlechte Kritiken bekommen haben. Im Herbst geht dann auch der Film "Starfighter - Sie wollten den Himmel erobern" auf Sendung. Der 120-Minüter erzählt die dramatische Geschichte einer Pilotenwitwe (Picco von Groote). Das Drama war wegen des Germanwings-Absturzes im Frühjahr verschoben worden.

Sat.1: Auch nach dem Ende prominenter Aushängeschilder wie "Der letzte Bulle" und "Danni Lowinski" sind Serienstoffe in der Pipeline. Neben der Vorabendsoap mit dem Titel "Mila" schickt Sat.1 die Serie "Frauenherzen" (15. September), mit Muriel Baumeister und Nadeshda Brennicke, auf die Reise. Ins Berlin der 20er Jahre führt die Krimiserie "Berlin Eins" mit Friedrich Mücke und Tobias Moretti - auch im Herbst zu sehen. In Serie geht im Frühjahr 2016 der Film "Einstein" mit Tom Beck als verrückten Wissenschaftler mit krimineller Vorgeschichte. Für den 8. September ist die Filmsatire "Die Udo Honig Story" angesetzt, die an den Fall des ehemaligen Bayern-München-Managers Uli Hoeneß angelehnt ist.

Prosieben: Schwerster Einschnitt für den Münchener Privatsender: Stefan Raab, der sich Ende des Jahres zurückzieht. Stattdessen wird das Entertainer-Duo Joko Winterscheidt (36) und Klaas Heufer-Umlauf (31) mit mehr Aufträgen versorgt. Neu im Programm ist "The Island": Prosieben schickt 14 Menschen auf eine kleine Insel in der Nähe von Panama. Die Kandidaten filmen sich gegenseitig. Der Sender zeigt das Abenteuer-Event im Herbst acht Tage täglich um 22.15 Uhr.

Vox: Auch der Kölner Privatsender mischt auf Serienebene mit. Im späteren Herbst startet der "Club der roten Bänder", die erste eigenproduzierte Vox-Serie mit fast ausschließlich jungen Darstellern. Im Jahr 2016 feiert TV-Koch Tim Mälzer seine Rückkehr zu dem Kanal, der ihn populär machte.

Netflix: Der Netz-Anbieter startet am 28. August mit der Drogenserie "Narcos". Später im Herbst folgt "Marvel's A.K.A. Jessica Jones". Zu den wichtigen Filmen (ab 16. Oktober) gehört das Kriegsdrama "Beasts of No Nation" nach dem Roman von Uzodinma Iweala über das Schicksal von Kindersoldaten.

Amazon: Eine der neuen Serien ist "Hand of God" mit Ron Perlman und Dana Delany, in der es um einen Richter geht, der nach einem Nervenzusammenbruch nach dem Vergewaltiger sucht, der seine Familie auseinandergerissen hat.
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