"Udo Jürgens hätte dieses Buch gefallen"

Verleger Manuel Herder mit der Udo-Jürgens-Biografie "Merci, Udo!". Das Buch kommt am heutigen Donnerstag in den Handel. Bilder: dpa (2)

Einen Monat nach dem Tod von Udo Jürgens bringt Paul Sahner die Biografie "Merci, Udo!" auf den Markt. Sahner erlebte Jürgens hautnah. Und trug das Puzzle seines Lebens zusammen.

Paul Sahner (70) ist einer der bekanntesten Promi- und Klatschreporter Deutschlands. Zu Udo Jürgens, der kurz vor Weihnachten mit 80 Jahren gestorben ist, hatte er ein enges Verhältnis. Einen Monat nach dem Tod des Musikers und Entertainers bringt Sahner eine Udo-Jürgens-Biografie auf den Markt. Sie erscheint im Freiburger Verlag Herder. Sahner ist damit schneller als andere im Buchladen. Doch ein Buch der bunten Bilder sei es nicht, sagt der Autor im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Ihre Promigeschichten stehen vor allem in Zeitschriften wie "Bunte". Wieso haben Sie sich entschieden, dieses Buch zu schreiben?

Paul Sahner: Nach dem Tod von Udo Jürgens, der uns überrascht und aufgewühlt hat, saßen meine Kollegen und ich bis tief in die Nacht in der Redaktion und haben 20 Seiten zu diesem Thema produziert. Am nächsten Morgen rief mich der Freiburger Verleger Manuel Herder an und fragte, ob ich dieses Buch machen will. Und ich dachte mir: Es gibt kaum einen Menschen, der mich beruflich so lange so nah begleitet hat wie Udo Jürgens. Es ist mein Abschiedsgeschenk an ihn.

Ist über das Leben von Udo Jürgens nicht schon alles gesagt und geschrieben?

Sahner: Udo Jürgens war ein Gesamtkunstwerk, ein großartiger Künstler und vielbeschäftigter Liebhaber. Er konnte in beiden Bereichen schlecht Nein sagen, dazu war er zu klug. Das alles ist in unseren Köpfen. Doch die ganze Geschichte, von der Kindheit bis zum Tod am Bodensee, ist so intensiv und spannend, dass es sich lohnt, sie zu erzählen. Das war mein Ziel. Es war wie ein Puzzle, das zusammengetragen werden musste.

Sie waren auch mal Pressechef von Udo Jürgens. Waren Sie für einen kritischen Blick nicht zu nah dran an ihm?

Sahner: Ein Journalist muss zwar nah dran sein, aber er sollte sich nicht zum Gesellen des Prominenten machen. Es gab daher zwischen uns immer auch Distanz. Zumal Udo Jürgens nicht einfach war im Interview. Er öffnete sich erst, wenn man richtig ins Thema hineingefunden hatte. Es gab Gespräche, die bis zu fünf Stunden dauerten. Das waren dann die besten Interviews mit ihm. Er war ein kluger Kopf.

Und wie reagierte er auf Kritik?

Sahner: Wenn man Kritisches nicht außen vor gelassen hat, konnte es zwar mal Streit geben. Aber letztlich fand er es in Ordnung. Und er hat sich Kritik angehört und sich darauf eingelassen. Unser Interview mit ihm für "Penthouse", in dem er offen und ausgiebig über sein Liebesleben sprach, schlug Wellen. Aber er stand dazu.

Sie haben direkt nach dem Tod angefangen, an dem Buch zu schreiben. War es schwierig, Gesprächspartner zu finden?

Sahner: Die meisten waren in der Phase der Fassungslosigkeit. Zum Beispiel Franz Beckenbauer. Doch als er hörte, dass es für ein Udo-Buch ist, hat er sofort zugesagt, ebenso Frank Elstner. Andere meinten, es sei noch zu nah. Das ist zu respektieren.

Was bleibt Ihnen persönlich von Udo Jürgens?

Sahner: Es war nicht unbedingt meine Musik, die er gemacht hat. Aber diese Hingabe und Leidenschaft, die er hatte, das ist etwas Faszinierendes. Ich wollte deshalb ein Buch machen, das ihm gerecht wird, ihn in all seinen Facetten erklärt und verständlich macht. Ich glaube, Udo Jürgens hätte dieses Buch gefallen.
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