Unbekümmerte Lust an neuer Bildwelt

Auch Asger Jorns "Garden of Innocence II" von 1947 ist derzeit im Museum Lothar Fischer zu sehen. Der Künstler wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Das Neumarkter Museum ehrt den Maler, der über die Künstlergruppe "Spur" auch in Kontakt zum Namensgeber des Museums kam. Bild: Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie.

Seine Werke sind in den bedeutendsten Museen der Welt zu sehen: In Madrid, New York, Oslo, Amsterdam und München: Nun würdigt das Museum Lothar Fischer in Neumarkt Asgar Jorn zum 100. Geburtstag und seinen Galeristen Otto van de Loo.

Neumarkt.Der dänische Maler Asgar Jorn, der 1973 starb, wäre heuer hundert Jahre alt geworden. Das nimmt das Museum Lothar Fischer in Neumarkt zum Anlass, wichtige Werke des Künstlers auszustellen. Dies soll gleichzeitig eine Hommage an Otto van de Loo sei. Ohne den bedeutenden Galeristen, der heuer seinen 90. Geburtstag feiert, ist Jorns künstlerische Karriere nicht denkbar. Jorn gilt neben anderen, die sich mit ihm in der Künstlergruppe CoBra 1947 zusammenschlossen, als einer der Wegbereiter neuer künstlerischer Ansätze beim Aufbau einer neuen Gesellschaft.

Treffen durch "Spur"

Ganz im Sinne der Kunstschaffenden, die nach dem Krieg weg wollten von sinnentleerten Formen in der Kunst, entfaltet sich das vielfältige Werk Jorns zwischen Figuration und Abstraktion und zeigt eine beeindruckende Experimentierfreude im Umgang mit verschiedenen Techniken. Das alles passiert vor dem Hintergrund eines anspruchsvollen Credos, das Jorn über seine Arbeit und die seiner Kollegen setzte. In seinem Buch "Pour la forme" hat er so formuliert: "Die Kunst ist das wichtigste Mittel, die Erregung der Öffentlichkeit zu steigern, emotionale Spannung zu erzeugen und gleichzeitig die im Menschen verborgenen Energien freizusetzen."

Sein Partner dabei war von Anfang an der Galerist Otto van de Loo, der dem Dänen 1957 begegnete, ihm schon ein Jahr später in der neu gegründeten Galerie in München zu seiner ersten Einzelpräsentation in Deutschland verhalf. Die Verbindung mit von de Loo ist eine Hauptquelle von Jorns Schaffen. Besuche in München, gemeinsame Aufenthalte am Walchensee beispielsweise haben regelmäßig bedeutende künstlerische Früchte getragen, die in Neumarkt gezeigt werden.

Es war auch das gemeinsame Anliegen, das Jorn und seinen Galeristen 1958 mit der Gruppe "Spur" zusammenbrachte, der Lothar Fischer angehörte. Beide standen seither in freundschaftlichem und künstlerischem Kontakt. Und Jorn brachte in die informelle Sachlichkeit der Gruppe "Spur" neue farbige Impulse und hat auch hier weiter gewirkt.

Vor allem interessierte sich Jorn für Lothar Fischers Arbeiten mit Ton, da er sich selbst diesem Material zuwandte. Er begann nämlich, fabelhafte Wesen aus der Sagen- und Mythenwelt des Nordens, die auf seinen Bildern eine verblüffende bizarre, gespenstische und bisweilen witzige Wirkung haben, in Ton zu übertragen und somit plastisch zu arbeiten. Auch aus dieser neuen Schaffensphase zeigt das Museum einige Exponate.

Ausstellung bis Januar

Im Obergeschoss des Museums sind frühe Arbeiten von Erwin Eisch ausgestellt. Er hatte in den Jahren 1957 und 1958 eine Ateliergemeinschaft mit Lothar Fischer in München und ist bei einer Ausstellung, die Werke der Gruppe "Spur" zeigte, auch mit Jorn zusammen gekommen. Auf jeden Fall gilt Asgar Jorn bis heute als einer der einflussreichsten und vielgestaltigsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Die Werke von Asgar Jorn werden bis zum 11. Januar 2015 im Museum Lothar Fischer gezeigt.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.museum-lothar-fischer.de
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