Vatikanstadt.
Hintergrund Heiliges Jahr

(KNA) Das Heilige Jahr ist ein Jubiläumsjahr in der katholischen Kirche. Es wird regulär alle 25 Jahre begangen. Biblisches Vorbild ist das Jubeljahr (Levitikus 25), ein alle 50 Jahre begangenes Erlassjahr. Das erste Heilige Jahr wurde 1300 von Papst Bonifatius VIII. (1294-1303) ausgerufen. Ursprünglich als Jahrhundertereignis gedacht, wurde es zunächst im Abstand von 50 und dann 33 Jahren wiederholt. Der Rhythmus von 25 Jahren besteht seit 1470.

Zentrale Elemente der Heiligen Jahre wurden die Romwallfahrt, die Heilige Pforte und der Ablass. Zum Ritual gehörte der Besuch bestimmter Kirchen in Rom. Heute gehören acht Pilgerorte dazu, darunter der Petersdom, die Lateranbasilika, die Basilika Santa Maria Maggiore und die Katakomben.

Neben den "ordentlichen" Heiligen Jahren gab es wiederholt außerordentliche Jubiläen, etwa 1566 angesichts der Bedrohung durch die Türken, 1605 zum Amtstritt von Papst Paul V., 1983 als besonderes Gedenkjahr der Erlösung, 1987 mit dem Themenschwerpunkt Maria und 2008 anlässlich der Geburt des Apostels Paulus vor 2000 Jahren. Im Jubeljahr 2000 kamen rund 25 Millionen Pilger und Besucher nach Rom.

Zur Person

Leonardo Sapienza


(KNA) Leonardo Sapienza wirkt normalerweise im Hintergrund. Als sogenannter "Reggente" in der Präfektur des Päpstlichen Hauses ist der süditalienische Geistliche Stellvertreter und engster Mitarbeiter von Erzbischof Georg Gänswein, dem Präfekten. In dieser Funktion begleitet der stämmige Mann mit randloser Brille und grauen Haaren den Papst regelmäßig zu öffentlichen Auftritten. Am Samstag hatte der 62 Jahre alte Süditaliener nun seinen eigenen großen Auftritt: Er verlas in der Eingangshalle des Petersdoms in Anwesenheit des Papstes Passagen aus der Verkündigungsbulle für das Heilige Jahr.

Das tat der Angehörige des Rogationistenordens allerdings in seiner Eigenschaft als Apostolischer Protonotar. Sapienza ist einer von sieben vatikanischen Notaren des Papstes. Daneben gibt es noch ehrenhalber zum Apostolischen Protonotar ernannte Geistliche.

Außer der Verlesung der Verkündigungsbulle für Heilige Jahre sind die vatikanischen Notare für die Ausfertigung von Akten und Urkunden etwa über Heiligsprechungen sowie über den Amtsantritt und Tod eines Papstes zuständig. Zudem überwachen sie die ordnungsgemäße Öffnung und Schließung eines Konklaves.

Benedikt XVI. ernannte den Geistlichen, dessen Nachname "Weisheit" bedeutet, noch kurz vor seinem Rücktritt, am 14. Januar 2013, zum Apostolischen Protonotar. Damit ist er der dienstjüngste in dem Kollegium.
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