"Walhalla": Ausstellung von Anselm Kiefer
Krankenstation im Kriegsgebiete

Die Ausstellung "Walhalla" zeigt bis zum 12. Februar neue Werke von Anselm Kiefer in der Londoner Galerie "White Cube". Der Titel der Schau ist an die Gedenkstätte in Donaustauf bei Regensburg angelehnt. Bild: dpa

Anselm Kiefer stellt in London aus. Den Namen für die Schau hat er sich von einer berühmten Gedenkstätte in der Oberpfalz geliehen.

London/Donaustauf. "Walhalla" heißt die neue Ausstellung des deutschen Künstlers Anselm Kiefer, die seit Mittwoch im Londoner "White Cube" zu sehen ist. Die Galerie für moderne Kunst zeigt in sieben Räumen neue Werke des berühmten Bildhauers und Malers, darunter großflächige Gemälde und Installationen. Benannt ist die Ausstellung nach der gleichnamigen Gedenkstätte für berühmte Persönlichkeiten in Donaustauf bei Regensburg, die König Ludwig I. 1842 eröffnete. In der germanischen Mythologie steht der Name "Valhalla" für ein Kriegerparadies. Den Weg dorthin scheint der Künstler mit "Walhalla" zu beschreiben.

Bett mit Flügeln


Durch einen dunklen Gang mit Dämmerlicht gehen die Besucher an Betten mit metallenen Decken vorbei, die an eine Krankenstation im Kriegsgebiet erinnern. Ein Nebenraum zeigt ein Bett mit Flügeln, das von einem Felsbrocken beschwert wird. Ein anderer enthält eine hohe Wendeltreppe, von der Filmrollen, Kinderkleidung und Nachthemden herunterhängen. Dabei fällt auf, dass die Räume auf der rechten Seite eine dunkle und beklemmende Atmosphäre haben, während die linke Seite weiß und lichtdurchflutet ist.

Kein politischer Künstler


Zum Künstlergespräch am Montagabend erschien Kiefer gut gelaunt im klassischen Anzug und sorgte mit seiner humorvollen Art für einige Lacher. Er sehe sich nicht als politischen Künstler und habe nicht vorgehabt, mit der Ausstellung den Krieg im Mittleren Osten zu thematisieren. "Ich informiere mich, aber lenke nichts", sagte er zur Entstehung von "Walhalla". "Ich erlaube den Leuten zu sehen, was sie sehen möchten."

Kiefer wurde 1945 in Donaueschingen in Baden-Württemberg geboren. Seit 1991 lebt und arbeitet er in Frankreich. Seine Kunst ist weltweit gefeiert und vielfach ausgestellt worden. Der 71-Jährige zählt zu den einflussreichsten Malern und Bildhauern der Gegenwart. In Paris und London gab es in den vergangenen zwei Jahren umfangreiche Retrospektiven seiner Werke. Die Ausstellung "Walhalla" ist noch bis 12. Februar geöffnet.

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Weitere Informationen:

http://whitecube.com/exhibitions/anselm_kiefer_bermondsey_2016/
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