Weidenerin überträgt Immobilienvermögen an die Stadtbau - Erträge für gute Zwecke
Weites Herz mit 97 Jahren

OB Kurt Seggewiß, SGW-Geschäftsführer Günther Kamm und Clemens Sammet, der die Übergabe der Wohnungen juristisch betreute, gratulieren im Dezember 2014 der großen Gönnerin der Stadtbau zum 97. Geburtstag.
Weiden. (wd) Bei der Gesellschafterversammlung der SGW Stadtbau berichtete Geschäftsführer Dipl.-Kaufmann Günther Kamm von der ungewöhnlichen Weidenerin, die ihr Immobilienvermögen zum Jahreswechsel an die Stadtbau übertrug. Die Seniorin verzichtet auf einen Kaufpreis. Aber sie verschenkt ihre Wohnblocks am Rehbühl auch nicht.

Vielmehr setzt sie ihr Vertrauen in die Stadtbau und verpflichtet sie, aus den Erträgen der 24 Wohnungen in der Brehmstraße in den nächsten 20 Jahren 400 000 Euro für soziale, mildtätige und kulturelle Zwecke zur Verfügung zu stellen. "Es ist fantastisch, dass wir als städtisches Unternehmen unseren ,Sondertopf' für Spende' so großartig auffüllen können", freut sich Kamm über die Entscheidung und Maßgabe der Seniorin.

20 000 Euro ausgeschüttet

Kamm meldet den Gesellschaftern den Vollzug dieses Auftrages: Kinderbürgerfest, die Junge Orchesterakademie, der Contest "Dance your style" sowie die "Initiative" können mit 20 000 Euro bedacht werden. Auch Aufsichtsratsvorsitzender OB Kurt Seggewiß dankt der Seniorin, die echten Bürgersinn zeige und ihr Vertrauen in die Stadtbau setzt: "Sie will und kann sich auf uns verlassen."

Wer ist Edeltraud Margareta Greger? Eine Weidenerin durch und durch, geboren im Dezember 1917. Ihre Kaufmannslehre macht sie im Kaufhaus Wiedemann im Anker. In Halberstadt, Dresden und Berlin bildet sie sich weiter. Aus dem Berliner Bombenhagel flüchtet sie zurück in die sichere Heimat. Als Funkerin und Schreibkraft arbeitet sie bis Kriegsende in der Verwaltung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr.

Nach dem Krieg startet sie ihre zweite Karriere: Mit ihrer Schwester Anna und Schwager Christian Krieg gründet sie eine Näherei, beschäftigt bald bis zu 50 Mitarbeiterinnen. In den Räumen im Stockerhut schneidet sie Nachtwäsche für die Versandhäuser Witt Weiden und Quelle.

Einschneidend ist der plötzliche Herztod von Christian Krieg im Jahr 1963. Die Schwestern verkaufen den Betrieb an die Hosenfabrik Hölzl in Vohenstrauß. Aus dem Erlös stellen sie das bereits von Christian Krieg begonnene Wohnbauprojekt in der Brehmstraße fertig.

Noch bis in die 1990er Jahre hinein verwaltet Edeltraud Greger die 24 Wohnungen selbst. Sie ist ihren Mietern (darunter viele ehemalige Mitarbeiterinnen) eine herzensgute Hausherrin, muss von den Mieteinnahmen leben, will aber nicht reich werden. Die Seniorin führt ein bescheidenes Leben, verzichtet auf ein eigenes Fahrzeug. Nach dem Tod ihrer Schwester erbt sie auch die zweite Hälfte der 24 Wohnungen.

Nach mehreren schweren Stürzen, von denen sie sich überraschend gut erholt, lebt sie seit vier Jahren im Therapiezentrum St. Michael.
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