Weltmusik auf höchstem Niveau
Zigeuner-Jazz mit Beatles-Färbung

Gitarrist Emil Miko begann wie in vielen Roma-Familien bereits als Kind mit dem Musizieren.
 
Bandleader Emil Miko.

Pilsen/Plzen. (jrh/vav) Tschechiens berühmteste Roma-Band "Kale" trat bereits bei Weltmusikfestivals in 26 Ländern auf. Zum Abschluss der Kulturhauptstadt-Fahrten lädt der Kulturverein Bohème zum Tanz.

Herr Miko, Sie sind in der Hollywood Bowl, im New Yorker Central Park und beim Montreal Jazz Festival aufgetreten - es ist eine große Ehre, dass Sie für uns spielen. Sind Sie immer so bodenständig?

Emil Miko: Im Moment spielen wir vor allem bei Festivals und in Musikklubs. Aber wir lieben die Musik und freuen uns auf jeden Auftritt.

Wir sind seit vielen Jahren Fans Ihrer Band. Kale bedeutet auf Romanes Schwarz, Ihre Partnerin war Ihre Cousine Frau Weiß - was ist geschehen?

Miko: Sie hat ihre Stimme ruiniert, zu viel Rauch, zu viele Getränke. Zuletzt war sie in Stockholm dabei.

Sie haben in sehr kuriosen Locations gespielt, wie der Wiener Sargfabrik - gefallen Ihnen solche Orte oder nehmen Sie es, wie's kommt?

Miko: Bei uns spielt es keine Rolle, wo wir spielen, wichtig ist, dass es den Leuten gefällt. Wir haben in der Schweiz mal in einem sehr ähnlichen Lokal gespielt wie hier im Schwejk - da gab es keine Garderobe, wir mussten uns im Kohlenkeller umziehen ...

Kann man Ihren Stil als Melange von Roma-Jazz mit Einflüssen von Pop und Jazz bezeichnen?

Miko: Bei uns in Tschechien sagen sie, wir spielen Rom-Pop. Kern ist unsere Tradition gepaart mit Jazz-Elementen, spanischen und lateinamerikanischen Einflüssen. Keine geringe Rolle spielt, dass wir alle mit den Beatles aufwuchsen.

Ihre Texte spiegeln die Lebenswirklichkeit der Roma wieder: Wie hat sich das Leben seit 1990 verändert?

Miko: Ich kenne viele Leute, die sagen, vor der Wende war es für uns besser. Sie vergessen aber, dass wir nicht frei waren. Meine Eltern, die aus der Slowakei nach Tschechien kamen, fühlten sich hier schon damals wie im Westen. Ein typisches Beispiel: Ich bin Fliesenleger, sollte mich auf Empfehlung bei einer Baustelle bewerben. Als der Chef dort sah, dass vier schwarze Köpfe aus dem Auto stiegen, rief er meinen Freund an und sagte: "Wenn die vier arbeiten sollen, musst du herkommen und die Aufsicht machen." Ich konterte, ich bin nicht zum Stehlen, sondern zum Arbeiten gekommen. Als ich mir die Pläne angeschaut habe, sah ich, dass er falsch gemessen hatte. Erst glaubte er's nicht, dann gab er mir Recht - man muss beweisen, dass man besser ist.

Kulturfahrt mit Silvester-KonzertDer Kulturverein Bohème lädt zur Zweitagesfahrt nach Pilsen und Prag: Donnerstag, 31. Dezember, Ausflug nach Prag mit Insider-Führung durch die Altstadt, individuellem Mittagessen und Freizeit.

Abfahrt nach Pilsen gegen 17 Uhr. Silvester-Feier mit Büfett und Live-Musik von Kale zum Tanzen, Mitternachts-Sekt, Übernachtung mit Frühstück im ***Hotel Golden Fish. Freitag, 1. Januar Insider-Stadtführung durch die Kulturhauptstadt 2015 Pilsen, Mittagessen im gut-böhmischen Gasthaus, Neujahrsfeuerwerk auf dem zentralen Platz der Republik. Unkostenbeitrag 208 Euro bei Übernachtung im Doppelzimmer inklusive Programm, Reisebegleitung und Bus.

Anmeldung: (0176) 91 14 51 81, E-Mail: juergen.herda@derneuetag.de.
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