"X-Men: Apocalypse" überzeugt nur bei den Actionszenen
Fade Superhelden-Armada

Wenn Magneto (Micheal Fassbender) so grimmig guckt, sollten Menschen und Mutanten ihm am beste aus dem Weg gehen. Dann braut sich nämlich meist ein Unheil zusammen. Bild: Twentieth Century Fox/dpa

Kein Monat vergeht, so scheint es, ohne dass ein jeweils anderer Superheld die Welt auf der Kinoleinwand retten muss. Erst war es heuer das ungewöhnliche Duo Superman und Batman, wenig später trat Captain America erneut in Erscheinung, dann kam Deadpool. Nun sind es also wieder die X-Men, die auf den Plan treten, um die Franchising-Maschinerie anzukurbeln.

Hamburg. "X-Men: Apocalypse" heißt das knapp zweieinhalbstündige Epos, in dem erneut Bryan Singer Regie führte. Der mächtigste, älteste und ehrwürdige Supermutant Apocalypse (Oscar Isaac) ist nach tausenden von Jahren erwacht und mag gar nicht, was er dort auf der Erde sieht. Also will er eine neue Weltordnung schaffen und sammelt zu seiner Unterstützung in der ganzen Welt Mutanten mit den unterschiedlichsten Begabungen ein.

Schar von Mutanten


Da ist zuallererst Magneto alias Erik Lehnsherr (Michael Fassbender), der lange Jahre versucht hat, in Polen ein normales Leben zu führen - bis seine besonderen Fähigkeiten entdeckt werden und er Frau und Kind auf tragische Weise verliert. Schmerz und Verzweiflung waren schon immer seine größten Antreiber. Also bringt Apocalypse ihn nach Auschwitz, den Ort, an dem ihm einst seine Familie genommen wurde. Danach steht fest: Magneto will gegen die Menschheit, die ihm so viel Leid angetan hat, kämpfen. Und dann sind da noch die junge verwaiste Ägypterin (Alexandra Shipp), die kämpferische Psylocke (Olivia Munn) und der beflügelte Außenseiter Angel (Ben Hardy), die Apocalypse in sein Team holt. Das alles angesiedelt in einer düsteren Welt - vielleicht irgendwo in Afrika oder in einer Unterwelt. Wer weiß das schon so genau im Marvel-Universum?

Auf der anderen Seite des Ozeans versammelt Prof. Charles Xavier (James McAvoy) in seinem Internat ebenfalls eine Schar von Mutanten, um die Menschheit zu bewahren. Da sind der junge Scott Summers/Cyclops (Tye Sheridan), der mit seinen feuerspeienden Blicken Bäume, Städte, Menschen vernichten kann; die telekinetisch und telepathisch begabte Jean Grey (Sophie Turner), der deutsche blaue Nightcrawler/Kurt Wagner (Kodi Smit-McPhee), der schlaue, starke Hank McCoy (Nicholas Hoult), die CIA-Agentin Moira MacTaggert (Rose Byrne) und natürlich Raven/Mystique (Jennifer Lawrence).

Dritter Wolverine-Film


Bei so viel Personal (es kommt noch weiteres hinzu), ja einer ganzen Armada, kann man schon mal den Überblick verlieren. Und genau darin liegt eine Schwäche dieses Actionspektakels. Die Figuren entwickeln sich nicht, erlangen keine Tiefe, von großen Emotionen, wie man sie von den Vorgängern kennt, ganz zu schweigen. Wer der wahre Held ist, bleibt jedem selbst überlassen, was die Massenkompatibilität drastisch erhöht.

Die Actionszenen holen zwar alles aus der modernen 3D-Technik heraus. Aber das scheint auch schon die einzige Motivation zu sein. So ist "X-Men: Apocalypse" ziemlich langweilig. Mal schauen, was sich die Marvel-Merchandising-Maschinerie als nächstes ausdenkt. Für das kommende Jahr ist der dritte Wolverine-Film angekündigt. Vielleicht schafft es ein anderer Superheld ja noch davor, einmal mehr die Welt zu retten.

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Regie: Bryan Singer - Mit: James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Oscar Isaac - Musik: John Ottman - 145 Minuten - frei ab 12 Jahren - Im Internet: www.fox.de/x-men-apocalypse
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