Zemlinsky-Quartett begeistert mit großer Spielfreude in Fockenfeld - Musiker geben Beethoven ...
Dynamik, Dramatik und ganz viel Gefühl

Das Zemlinsky-Quartett begeistert in Fockenfeld. Bild: Zeigler
Hervorragend besucht ist das vorletzte Konzert in diesem Jahr im Schloss Fockenfeld. Zu Gast ist das Zemlinsky-Quartett aus Prag mit Beethoven und Dvorák. Die vier Musiker (Frantisek Soucek, 1. Violine, Petr Strizek, 2. Violine, Petr Holman,Viola, Vladimir Fortin, Cello) begeistern die Zuhörer mit präzisem und ausdrucksstarkem Spiel, gepaart mit offensichtlicher Spielfreude.

Spürbare Leichtigkeit

Das F-Dur Quartett von Ludwig van Beethoven op. 18 Nr. 1 zeigt Beethovenschen Stil par excellence. Das zweitaktige Thema des ersten Satzes "Allegro con brio" wird fast ausschließlich verwendet, ohne jedoch jemals eintönig zu wirken. Die vier Streicher kommunizieren das Thema mit spielerischer Leichtigkeit untereinander. Den grandiosen Betonungen, die den 2. Violinisten geradezu von Stuhl heben, dem spielerisch zwischen den Instrumenten hin- und her geworfenen Thema lauscht das Publikum gebannt.

Nicht minder imposant ist der zweite Satz mit der ausführlichen Tempobezeichnung "Adagio affettuoso ed appassionato" (langsam gefühlvoll und leidenschaftlich). Das Quartett setzt die Vorgaben mit Heftigkeit und Energie um. Leidenschaftliche Dynamik, gefühlvolle Deklamationen und spannungsgeladene Pausen lassen eine attraktive und dramatische Szene entstehen. Im Scherzo "Allegro molto" bestechen die beiden Violinen mit großer Präzision. Einen ruhigen Schluss zaubert das Quartett vor das rasante Finale. Hier wirbelt das Thema unterhaltsam und abwechslungsreich durch alle Lagen. Nicht minder eindrucksvoll ist das Quartett op. 51 in Es-Dur von Antonin Dvorák. Eingängig und tänzerisch mit deutlichen slawischen Einschlägen präsentiert sich das Quartett. Schmelzend werden die Themen des ersten Satzes "Allegro ma non troppo" von den Streichern gespielt. Der zweite Satz, eine Dumka, lässt slawische Volkstänze hörbar werden, jedoch mit deutlich gegensätzlichen Themen. Melancholisch und verträumt wirkt das Andante. Rhythmisch pointiert und witzig interpretiert ist das Vivace. Sehr emotional mit einem fantastisch ruhigen Schluss spielen die Streicher die Romanza. Tänzerisch fröhlich mit großer Spielfreude wird das Finale "Allegro assai" geboten.

Freude auch bei Zuhörern

Hier haben nicht nur die Musiker ihren Spaß, sondern genauso das Publikum. Nach langanhaltendem rhythmischen Beifall gibt es noch zwei Zugaben: das Finale des sogenannten "amerikanischen Quartetts" von Dvorak, in dem die vier Streicher noch einmal voller Spielfreude das Publikum begeistern, sowie eine Barkarole von Josef Suk, die alle wieder beruhigen und auf das unwiderrufliche Konzert-Ende einstimmen.
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