Zitate

Als Hans Schwemmer seine Ernennungsurkunde zum Apostolischen Nuntius von Papua Neuguinea erhielt, schrieb der Papst, "der Du mit einzigartigen Geistesgaben ausgestattet und darüberhinaus in der Seelsorge und Menschenführung erfahren bist."

Angelo Kardinal Sodano, Staatssekretär im Vatikan, betonte: "Sein Einsatz galt den Armen, denen er die frohe Botschaft kündete, und allen, die durch ihre Lebenssituation gehindert werden, ihre Existenz als Gottes Bild und Gleichnis menschenwürdig zu meistern. Die tiefe Verwurzelung in seiner Oberpfälzer Heimat machte es ihm leicht, bei seinen Landsleuten für Projekte in der Dritten Welt um hochherzige Unterstützung zu werben."

Und Karl Kardinal Lehmann, seinerzeit Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sah in ihm "eine große Unabhängigkeit und Unerschrockenheit" am Werk und damit einen "Priester und Diplomaten, wie man ihn sich wünscht."

Und für Anton Gareis, den damaligen Bürgermeister Pressaths, ist Hans Schwemmer ein "Oberpfälzer mit Leib und Seele, ein leidenschaftlicher Bayer und ein überzeugter Europäer und Weltbürger" gewesen. Und der damals als "kleiner Bruder" bezeichnete Toni Schwemmer, der inzwischen auch eindrucksvolle Spuren gelegt hat, schätzte ganz besonders "Offenheit und Toleranz gegenüber Andersdenkenden".

Anlässlich seines letzten Aufenthaltes in der Heimat hat Hans Schwemmer über seine angegriffene Gesundheit geklagt und die schwüle Hitze Neuguineas wenigstens zum Teil mit verantwortlich gemacht.

Es war im August, als wir uns zum letzten Mal trafen. Er hoffte, "zum letzten Mal" nach Ozeanien zu fliegen. Offenbar war ihm eine andere Lokalisation schon in Aussicht gestellt worden. Da ich wusste, dass er aus seiner Zeit in Rom eine ganz herzliche Beziehung zu Johannes Rau hatte, teilte ich ihm mit, dass ich als Mitglied des Deutschen Presserats auch beim Besuch einer Delegation in Schloss Bellevue dabei sein würde. Hans Schwemmer bat mich ganz nachdrücklich, den Bundespräsidenten von ihm zu grüßen. Schließlich wurde das Besuchsdatum in Berlin verschoben. Und der Tod Hans Schwemmers warf einen düsteren Schatten. Am 27. November 2001 fand dann der Besuch bei Johannes Rau statt.Eigentlich wollte ich die Wünsche nicht mehr überbringen, das schien mir irgendwie taktlos. Und doch holte mich beim Fußmarsch zur Präsidenten-Villa die Erinnerung sehr nachhaltig ein. Am Ende unseres Aufenthalts konnte ich Rau doch noch alleine sprechen und sagte: "Herr Präsident, ich habe die traurige Ehre, Ihnen die Grüße eines Toten zu überbringen." Rau, der sich vorher schon über den Tod Hans Schwemmers unterrichten hatte lassen und so tief berührt war, dass er am selben Tag einen Brief an den Bruder geschrieben hatte. So schließt sich der Kreis ...

Noch immer ist uns der großartige Künder, Hoffnungsträger und Menschenfischer Hans Schwemmer in lebhafter Erinnerung. Am Samstag, 10. Oktober, um 17 Uhr, findet in der Pfarrei Pressath ein Gedenkgottesdienst statt, an dem auch Erzbischof Dr. Nikola Eterovic, Apostolischer Nuntius in Deutschland, teilnehmen wird.
German Vogelsang
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