"Austria 3" begeistern 2000 Fans bei ihrem Auftritt im Schwandorfer Stadtpark
Relaxter Konzertabend mit Freunden

Von links: Georg Danzer, Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros alias Austria 3. (Bild: Götz)
Kultur
Deutschland und die Welt
18.07.2006
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Von Tobias Schwarzmeier

Eigentlich muss man zur besonderen Wirkung von "Austria 3" nicht viel mehr sagen, als einfach die wohl bekannten Namen der Beteiligten zu nennen: Rainhard Fendrich, Wolfgang Ambros und Georg Danzer. Wie gewohnt erzeugt die österreichische Formation auch am Sonntag ohne die geringste Vorlaufzeit schon mit dem Opener "Macho, Macho" ein Gefühl der Geborgenheit. Es ist im Stadtpark ein angenehmer Abend unter Freunden, auch wenn wohl kaum einer 2000 Freunde sein Eigen nennen kann.

Die drei Haudegen verkörpern mit, aber vor allem auch neben ihren immergrünen Klassikern stets das vermeintlich "typisch Österreichische", nämlich die relaxte Art, mit einem gewissen Humor Geschichten zu erzählen oder den Hang, Endlosdiskussionen mit einem "is eh wurscht" zu beenden, auf sympathische Weise. "Hetzt mi net", bremst Ambros seine "jugendlichen" Kollegen aus, wenn Fendrich und Danzer nach minutenlangem liebevollem Geplänkel, den nächsten Song spielen wollen.

Auch nach neun Jahren seit es das Projekt "Austria 3" gibt, das sie zugunsten einer von ihnen ins Leben gerufenen Initiative für Obdachlose zusammenbrachte, ist es, als säßen da drei befreundete ältere Herren am Stammtisch und singen und schwadronieren über die Dinge des Lebens. "Dass wir drei uns kriagt hab'n war größtenteils bestimmt", bekennen sie beim textlich leicht veränderten in "Langsam wachs ma z'samm". Nach der Tour, bei der nur noch vier Konzerte auf dem Plan stehen, soll jetzt Schluss sein.

Und eigentlich müssten die drei Singer/Songwriter nach all den Jahrzehnten mit einem gemeinsamen Liedgut von über 1000 Liedern längst nichts mehr beweisen. Als sie eine Passage mit den Titeln, die sie als Solointerpreten bekannt gemacht haben, ankündigen, fragt sich jeder im altersmäßig bunt gemischten Publikum, welche sie wohl meinen. Hierzulande sind Liedermacher dieser Qualität, die ganze Generationen begeistern können, dünn gesät. Wer anders könnte ein Publikum dazu bringen, ohne sich dabei was zu denken im Hochsommer den Skihüttenhit "Schifoan" mitzuschmettern?

Hit an Hit

Auch nach zwei Stunden, in denen sie unterstützt von fünf Begleitmusikern um Bandleader Ulli Bäer Hit an Hit reihen, finden sie mit ihren Klassikern wie "Es lebe der Zentralfriedhof" oder "Es lebe der Sport" und nachdenklichen Balladen wie "Manchmal denk' i no an di" oder "Weus'd a Herz hast wie a Bergwerk" immer noch eine weitere Steigerung. Spätestens wenn Fendrich und Konsorten unter großem Beifall in ihrer dritten Zugabe abschließend in "I am from Austria", ihrer wunderbaren Liebeserklärung an ihr Land singen, werden alle Anwesenden zu Österreichern ehrenhalber.

Und man fragt sich, warum bei uns, um ein ähnliches Gefühl zu erzeugen, erst eine Fußball-WM nötig ist. Sei's drum. Die alten Helden des Austropop zeigen mit einem spielfreudigen Auftritt, dass sie noch nicht müde geworden sind. Trotz der wehmütigen Momente ihrer finalen Abschiedstour kann man auf das durch "Grateful

Dead" un- oder besser umgeschriebenes Gesetz der Musikszene hoffen, das hoffentlich auch in der Alpenrepublik gilt: "They always come back".
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