"Birdman" schießt den Vogel ab

Nicolas Giacobone (von links), Alejandro G. Inarritu, Alexander Dinelaris Jr. und Armando Bo wussten fast nicht mehr, wohin mit den ganzen Trophäen. Ihr Streifen "Birdman - oder Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit" sahnte vier Oscars ab. Bilder: dpa (8)

Eine bitterböse Hollywood-Satire ist der große Oscar-Sieger. Zwei Nebendarsteller-Gewinner sorgen für politischen Zündstoff. Und in Deutschland bringt eine Fernseh-Panne Aufregung in die Fangemeinde.

Die Hollywood-Satire "Birdman" ist der große Gewinner der Oscar-Nacht. Die Komödie von Regisseur Alejandro G. Iñárritu wurde als bester Film ausgezeichnet und bekam auch den Oscar für Regie, für Kamera und für Original-Drehbuch. "Birdman oder Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit" ist eine bitterböse Satire auf das Show-Business. Erstmals seit 1999 gewann damit wieder eine Komödie den Oscar als bester Film.

Nebenkategorien

Die bildgewaltige Komödie "Grand Budapest Hotel" von Wes Anderson, eine deutsche Co-Produktion, gewann bei der 87. Oscar-Verleihung in der Nacht zu Montag auch vier Trophäen, allerdings in Nebenkategorien: für das beste Kostümdesign, das Produktionsdesign und das beste Make-up sowie die beste Filmmusik. Drei Oscars gingen an das Musiker-Drama "Whiplash" von Damien Chazelle. Der 60-jährige J.K. Simmons wurde für seine Rolle als aggressiver Musiklehrer als bester Nebendarsteller geehrt. Weitere Preise gab es für die Tonmischung und den Filmschnitt. Als bester Hauptdarsteller wurde der 33-jährige Brite Eddie Redmayne für seine Darstellung des Physikers Stephen Hawking in "Die Entdeckung der Unendlichkeit" ausgezeichnet. Die 54-jährige Amerikanerin Julianne Moore bekam den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in dem Alzheimer-Drama "Still Alice - Mein Leben ohne Gestern". Ausgerechnet zwei Dankesreden gehörten zu den Höhepunkten dieser sonst eher durchschnittlichen Oscar-Nacht. Schauspielerin Patricia Arquette (beste Nebendarstellerin im Jugenddrama "Boyhood") nutzte ihre Rede zu einem kämpferischen Aufruf für Frauenrechte.

Sänger John Legend (bester Filmsong "Glory" im Bürgerrechtsdrama "Selma") erinnerte daran, wie aktuell das Thema Rassismus ist. Wim Wenders ging auch bei seiner dritten Nominierung leer aus. Er war mit "Das Salz der Erde" über den Fotografen Sebastião Salgado in der Kategorie Dokumentation im Rennen gewesen.

Snowden vor Wenders

Diesen Oscar gewann jedoch die US-Regisseurin Laura Poitras mit "Citizenfour" über den Whistleblower Edward Snowden - eine deutsche Co-Produktion. In Deutschland sorgte eine Panne beim Fernsehsender ProSieben für Ärger bei den Fans: Gleich zu Beginn der Gala brach die Live-Übertragung für etwa sieben Minuten ab und die Zuschauer, die wach blieben, verpassten promt den ersten Goldjungen. ProSieben entschuldigte sich via Twitter und nannte als Grund: "Leitung abgerauscht". (Seite 40)
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