"Star Wars" kehrt zurück ins Kino
"Das Erwachen der Macht" schlägt voll ein

Wenn sich Rey (Daisy Ridley), der Droide BB-8 und Finn (John Boyega) im neuen "Star Wars"-Teil durch die Galaxie kämpfen, ist es für Fans ein wahrer Genuss. Bilder: Lucasfilm Ltd. & TM
Kultur
Deutschland und die Welt
16.12.2015
548
0
 
Han Solo (Harrison Ford) und sein haariger Kumpel Chewbacca (Peter Mayhew) bringen sich noch immer in missliche Lagen. Der übergelaufene Stormtrooper Finn (John Boyega) macht es auch nicht besser.

"Das Erwachen der Macht". Der Titel des neuen Star-Wars-Films passt so einwandfrei wie ein Lichtschwert in die Hände eines Jedi-Ritters. Denn nach drei müden Teilen (Episode I bis III), die zwischen 1999 und 2005 erschienen, orientiert sich Regisseur J. J. Abrams wieder mehr an der Original-Trilogie - und es funktioniert galaktisch gut.

München. Die Handlung des neuen Streifens setzt rund 30 Jahre nach den Ereignissen von "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" ein. Noch immer gibt es viele dunkle Mächte. Zwar ist das Imperium Vergangenheit, dafür führt jetzt die Nachfolgeorganisation "Erste Ordnung" Krieg. Ihr gegenüber stehen der übergelaufene Stormtrooper-Soldat Finn (John Boyega), die Plünderin Rey (Daisy Ridley), Pilot Poe Dameron (Oscar) und der knuddelige Droide BB-8, der nicht weniger frech piept und fiept wie R2D2. Sie müssen sich dem finsteren Kylo Ren (Adam Driver) entgegenstellen.

Die neuen Charaktere funktionieren super. Spätestens wenn Han Solo (Harrison Ford) mit Kumpel Chewbacca (Peter Mayhew) das erste Mal auf der Leinwand erscheint und die bekannten Melodien von Komponist John Williams erklingen, sorgt das für Gänsehaut. Sowieso hat Ford alias Han Solo sehr viel Screentime in Episode VII. Der ehemalige Schmuggler besitzt noch immer die Fähigkeit, sich in misslichen Lage zu bringen und versprüht nach wie vor den Charme des furchtlosen Draufgängers - Fords Paraderolle.

Bei all den liebgewonnen Helden bekommt man schnell das Gefühl, an einem großen Familientreffen teilzunehmen. Prinzessin Leia (Carrie Fisher), C-3PO (Anhony Daniels) und R2-D2 (Kenny Baker) sind genauso dabei wie Luke Skywalker (Mark Hamill). Und auch die neuen Charaktere überzeugen mit Tiefe und Witz. Rey erinnert sehr an die junge Prinzessin Leia: forsch, mutig, selbstbewusst. Mit Daisy Ridley wird die Frauenrolle sogar noch stärker in den Vordergrund gerückt, als es bereits in den vorangegangenen Filmen der Fall war. Die Schauspielerin ist bisher nicht groß in Erscheinung getreten, dürfte mit ihrer guten Darstellung allerdings den Durchbruch geschafft haben.

Exzellente Wendungen


Die zahlreichen Anspielungen und Querverweise auf die alten Teile machen Freude. Und die Helden kämpfen mit Zweifeln und Zerrissenheit, was zur Spannung nur beiträgt. Was genau? Nun, das liegt an den überraschenden Wendungen die Episode VII bereithält. Schon im vorab wiesen Disney-Mitarbeiter die Presse aber darauf hin, nicht zu viel auszuplaudern. Zu Recht. Denn die Wendepunkte im Film sind exzellent. Letztlich würde es dem Zuschauer den Spaß rauben, würde zu viel verraten. In jedem Fall haben es einige Szenen in sich.

Viele sprachen im Vorfeld vom Filmstart des Jahrzehnts. Dementsprechend hoch waren auch die Erwartungen der Fans. Abrams löste es, indem er CGI-verhunzte Bilder mied (bei CGI handelt es sich um computergenerierten Inhalt), stattdessen charmante Sequenzen einfing, die sehr an die Original-Trilogie angelehnt sind. Im Film treten außerdem ausnahmslos sympathische Figuren auf. Sympathisch im Sinne von: Keine Nervtröten à la Jar Jar Binks (der wohl meistgehasste Star-Wars-Charakter aller Zeiten), ein würdiger Darth-Vader-Nachfolger und altbekannte und neue Helden, die sich super ergänzen.

"Das Erwachen der Macht" besticht auch mit seinem grandiosem Humor. Nichts ist platt, alles scheint wohldurchdacht - obwohl der Film oft eher an ein Reboot (eine Art Neustart) der 1977 gestarteten Saga als an eine Fortsetzung erinnert.

Keine Disneyfizierung


Für die "Golden Globes" erhielt der neue "Star Wars" keine Nominierung. Dafür feierte er zu spät Weltpremiere (am 14. Dezember). Für die Oscars dürfen sich die Filmemacher aber noch Hoffnungen machen, da "Das Erwachen der Macht" dafür rechtzeitig erschienen ist. Der Film hat weder mit den überzeichneten Teilen aus den Jahren 2000er Jahren zu tun, noch ist eine von vielen befürchtete Disneyfizierung aufgetreten - 2012 hatte George Lucas die Handlung zu Episode VII bis IX sowie Lucasfilm an Disney für rund vier Milliarden Euro verkauft. Vielmehr ist es genau der Film, auf den die Fans lange gewartet hatten. Das dürfte an den Kinokassen für Rekorde in Lichtgeschwindigkeit sorgen.

___

Regie: J. J. Abrams - Mit John Boyega, Daisy Ridley, Harrison Ford, Carrie Fisher, Mark Hamill - Musik: John Williams - 135 Minuten - frei ab 12 Jahren - Im Internet: http://de.starwars.com/
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.