12 Jäger erlegen auf 6 Hektar großem Maisfeld in der Nähe von Pechtnersreuth 17 Schwarzkittel
"Sau-Dusel" bei der Wildschwein-Jagd

17 Wildschweine sind bei einer Maisdrückjagd in der Nähe von Pechtnersreuth erlegt worden. Bild: jr
(jr/pz) "Das ist schon glücklich abgegangen", sagt Hubert Rustler über die erfolgreiche Strecke. Der Vorsitzende des Kreisjagdverbands meint damit die Maisdrückjagd bei Pechtnersreuth: Dort sind vor einigen Tagen 17 Wildschweine erlegt worden - selbst für erfahrene Jäger eine außergewöhnlich hohe Anzahl. Als Bauer Reinhold Wunderlich aus Seedorf sein Maisfeld häckselte, trauten die herbeigerufenen 12 Waidmänner ihren Augen kaum: Aus der rund sechs Hektar großen Fläche flüchteten die Wildschweine nach und nach. Die Jägerschaft erwartete sie schon.

Massive Schäden

17 Schwarzkittel konnten erlegt werden. "Etwa 5 oder 6 gelang die Flucht", erzählt Helmut Männer, der als Jäger aktiv mit dabei war. Männer weiß auch, dass die Sauen auf den Fluren von Pechtnersreuth massive Schäden angerichtet haben.

Verwertung ein Manko

"Es gibt ein Durchruf-Netzwerk", erklärt Rustler als oberster Jäger in der Kreisgruppe Tirschenreuth das Vorgehen: Bei der Mais-Ernte sei inzwischen ein engagierter Kreis von Jägern vor Ort, der sich um das Schwarzwild kümmere. "Für einen tüchtigen Jäger hat das schon seinen Reiz." Die Termine würden rechtzeitig vor der Ernte organisiert. Die Sicherheit sei bei derartigen Aktionen auch schon ein Thema, erklärt der Jäger. "Da musst du schon besonnen sein und aufpassen." Rustler verweist auf eine große Schwarzwild-Jagd diesen Samstag in Zusammenarbeit mit den Staatsforsten. "Die Verwertung solcher Strecken ist oft ein Manko", sagt Rustler und ist froh über Gastronomen aus der Region, die Wildbret verarbeiten. Hier sei der Jagdverband beim Marketing noch mehr gefordert, sagt Rustler. Er nennt dabei als Vorbild die Arge Fisch im "Land der 1000 Teiche", die den Karpfen zur Delikatesse aufgewertet hat.

Laut Rustler ist Schwarzwild nicht radioaktiv belastet. Tests hätten dies ergeben. Die vorgeschriebenen Untersuchungen vor der Weiterverwertung summierten sich auf gut 20 Euro pro Stück. "Das ist schon eine Unterstützung", sagt Rustler über das Entgegenkommen des Landratsamts Tirschenreuth: Es hat die Gebühren für die Trichinenbeschau bei Frischlingen unter 25 Kilo gesenkt - auf zwei Euro.
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