15-Tore-Spektakel gegen Liberia

Die Fußball-Nationalmannschaft des westafrikanisches Staats Liberia hielt sich im August 1974 im Birgland auf. Ein lockeres Spielchen gegen den ASV Schwend endete 10:5 für die Gäste. Repros: nit (2)

1974 bleibt deutschen Fußballfreunden als das Jahr einer Weltmeisterschaft im eigenen Land in Erinnerung, gekrönt durch den Titel im Finale von München. In die Annalen des ASV Schwend ging gut einen Monat später ein Ereignis ein, das ebenfalls einen internationalen Anstrich hat.

Auf 50 Jahre schaut heuer der Allgemeine Sportverein (ASV) Schwend zurück. Heute besitzt er vor allem als Volleyball-Hochburg einen klangvollen Namen. Wer seine Chronik durchblättert, findet einige Fußball-Schmankerl, aus denen ein Beinahe-Länderspiel herausragt.

28 Sportbegeisterte trafen sich am 5. März 1965 im damaligen Gasthaus Laurer in Schwend, um sich in einem Verein zusammenzuschließen. Sie bildeten einen Arbeitskreis, der die Vorbereitungen treffen sollte. Und der erledigte seine Hausaufgaben schnell.

Eichinger an der Spitze

Nur rund vier Wochen später, am 3. April 1965, hoben 31 Gründungsmitglieder den Allgemeinen Sportverein Schwend und Umgebung aus der Taufe. Zum Vorsitzenden wählten sie Andreas Eichinger, zu dessen Stellvertreter Andreas Oberleiter. Schriftführer Fritz Haseloff bekam Unterstützung von Hans Strobl; dem Kassier Gerd Büttner griff Adolf Übler unter die Arme.

Fußball und mehr

Bereits im ersten Jahr lief eine Fußballmannschaft auf, die anfangs allerdings nur Freundschaftsspiele bestritt. Der erste Gegner war der ebenfalls gerade gegründete Sportverein Illschwang. Mit ihm arbeitet der ASV Schwend mittlerweile schon länger im Jugend- und Erwachsenenbereich erfolgreich zusammen.

Der ASV baute einen Sportplatz in Schwend, aber ein reiner Fußballclub blieb er nicht lange. Die Lauf- und Skisparte, die Turn- und die Volleyball-Abteilung taten sich zusammen. Insbesondere die Orientierungsläufer um Horst Ziesmann machten den ASV Schwend weit über die Landkreisgrenzen hin bekannt. Sie gewannen bayerische Meistertitel und traten zu Wettkämpfen in ganz Europa an. Eine Läuferin schaffte es sogar in den deutschen Jugendkader.

Eine Sternstunde für die Fußballer schlug im August 1974. In dieser Zeit war die liberianische Nationalmannschaft zu Gast in Schwend. Sie ließ sich nicht lange bitten und zog einen lockeren Kick gegen die Elf des ASV auf - sozusagen ein inoffizielles Länderspiel. Es endete mit 10:5 für die Afrikaner.

Zwei Vereine, ein Bau

Höhepunkt der jüngeren Vereinsgeschichte war unbestritten der Bau des neuen Sportheims im Jahr 2004. Es stellte die Geduld der Mitglieder, allen voran der Fußballer, auf eine harte Probe, bis der damalige Vorsitzende Erhard Nitzbon endlich die Nachricht brachte: Das Landratsamt hat das vorgesehene Gelände unterhalb des Sportplatzes endlich zum Bau frei gegeben.

Zu dieser Zeit suchten auch die Schützen, deren Vereinslokal in Schwenderöd geschlossen hatte, eine neue Bleibe. Über die Entscheidung, gemeinsam ein Sport- und Schützenheim zu bauen, freuen sich heute beide Vereine.

Glücksfall Birglandhalle

Als Glücksfall für die Volleyballsparte stellte sich der Verkauf des Birgländer Hofs heraus. Nach langen und zähen Verhandlungen erwarb die Gemeinde die Tennishalle. Freiwillige Helfer aus allen Vereinen im Birgland packten an und machten eine Mehrzweckhalle daraus. Mit ihr bekamen auch die Volleyballer einen attraktiven Schauplatz für ihre Heimspiele. Der Einsturz des Daches unter einer schweren Schneelast zwang vor einigen Jahren zeitweise dazu, auszuweichen. Inzwischen steht die Birglandhalle wieder zur Verfügung.
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