20 000 Kälber verkauft

Für vielfältige Erfolge erhielten die Züchter Ehrungen (von links): Fachberater Markus Piehler, Hans Pirner, Georg Übler, Robert Graf, Hermann Friedl, Georg Stiegler, Ulrike Höllriegl, Wolfgang Kuhn, Andreas Binner, Florian Kuhn, Landrat Richard Reisinger, Michael Ströhl, Erich Pilhofer und Landwirtschaftsdirektor Dr. Thomas Nibler. Bild: gf

Vor 40 Jahren gab es im Landkreis 3500 Betriebe, die Rinder hielten. Heute sind es noch 786. Aber die hiesigen Züchter zählen zu den erfolgreichsten in der Oberpfalz.

(gfr) Die deutschen Rinderzüchter sind gut durchorganisiert. Etwa 45 000 Mitglieder hat die Arbeitsgemeinschaft deutscher Rinderzüchter, etwa 15 000 gehören der AG Süddeutscher Rinderzüchter an. Der Rinderzuchtverband Oberpfalz zählt 2000 Rinderhalter und knapp 300 sind in der Kreisrinderzuchtgenossenschaft Amberg-Sulzbach (KRZG) organisiert, die am Donnerstag im Gasthof Michl ihre Mitgliederversammlung hielt.

Landrat Richard Reisinger nannte die Rinderzüchter "verlässliche Partner für Ernährungssicherheit". Willibald Götz, der Leiter des Amberger Landwirtschaftsamtes, meinte, dass die Einkommenssituation der Rinderzüchter sich nicht schlecht darstelle, riet aber dazu, in guten Jahren Rücklagen zu bilden, damit das aktuelle Leistungsniveau auch in Zukunft gehalten werden könne. Götz wies auf zahlreiche Investitions- und Förderprogramme hin, die für Rinderzüchter in Frage kämen, bei denen jedoch teilweise die bisherige Bindung von fünf Jahren auf zwölf Jahre verlängert worden sei.

In seinem Rechenschaftsbericht meinte der KRZG-Vorsitzende Erich Pilhofer, dass die Festvermarktung männlicher Kälber von 13 000 im Jahr 2013 auf über 16 500 im vergangenen Jahr gestiegen sei und dass einschließlich weiblicher Tiere fast 20 000 Kälber veräußert wurden - "ein Umsatz der dringend notwendig ist, um den Qualitätsstandard in der Rinderzucht aufrechtzuerhalten".

Ab Jahresbeginn erhalte das Marktgelände in Schwandorf die EU-Zulassung. Außerdem stehe der Neubau eines KRZG-Verwaltungsgebäudes in Schwandorf an. Der staatlichen Rinderzuchtberatung drohe in den nächsten Jahren ein massiver Stellenabbau sowie die Aufgabenübertragung auf die Rinderzuchtverbände. Hervorragend beschickte Schauen habe es 2014 in Schwandorf und Wiesau gegeben, sagte Pilhofer. Der Verband habe Informationen zur Hornloszucht angeboten.

Für 2015 sei der Besuch einer Alpaka-Zucht sowie einer großen Heutrocknungsanlage geplant. Pilhofer betonte, dass sich die Rinderzüchter viel mehr in der Öffentlichkeit darstellen müssten, auch sei mehr Präsenz gegenüber politischen Mandatsträgern erforderlich.

KRZG-Zuchtleiter Dr. Thomas Nibler meinte, dass im Landkreis die Anzahl der gehaltenen Rinder seit der Jahrtausendwende mit knapp über 20 000 fast gleichgeblieben sei. Die Milchleistung konnten Betriebe mit Herdbuchrindern seit 1995 um 73 Prozent steigern. Beim Zuchttierverkauf lägen die Rinderhalter aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach an zweiter Stelle hinter den Züchtern aus dem Landkreis Neustadt/WN. Beim Kälberverkauf hätten die Bauern aus dem Landkreis bei Auktionen die Vorjahreszahlen um 39 Prozent, bei der Festvermarktung sogar um 214 Prozent steigern können.

Thomas Nibler unterstrich auch gute Zuchterfolge durch Anpaarungsverträge und bezifferte die daraus gezogene Wertschöpfung auf mehr als 150 000 Euro. Priorität in der Rinderzucht müsse die Auswahl geeigneter Tiere haben, denn gesunde Kühe "werden einfach älter".
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